Backstage beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

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Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in der Alten Oper Frankfurt Foto: Antje Dörfner

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in der Alten Oper Frankfurt | Foto: Antje Dörfner

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und sein Chefdirigent Mariss Jansons sind vergangenen Montag zu einer Konzertreise nach Südamerika und New York aufgebrochen (siehe mein Bericht vom 6. Mai 2014). Davor aber gaben sie am Sonntagabend noch ein Konzert in der Alten Oper in Frankfurt – dem Frankfurter Flughafen sei Dank.

Auf dem Programm standen das Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58 von Ludwig van Beethoven sowie die Symphonie fantastique op. 14 von Hector Berlioz. Solistin des Abends war Mitsuko Uchida.

Auf Twitter pflege ich ein freundschaftliches Verhältnis zum #BRSO – wie wir Twitterer es in liebevoller Kurzform nennen. Damit meine ich natürlich die Menschen, die mit dem Orchester zu tun haben, allen voran Antje Dörfner. So wurde mir das wunderbare Privileg zuteil, einmal hinter die Kulissen zu blicken. Schon bei der Anspielprobe war ich dabei und erlebte das geschäftige Treiben der Musiker vor dem Auftritt hinter der Bühne.

So ein Konzertbesuch, vor allem wenn er „betwittert“ wird, beginnt ja schon Tage vor dem eigentlichen Ereignis. Schließlich muss man sich einstimmen und mit den anderen austauschen. Und plötzlich ist durch das Hashtag #BRSO bzw. für die Tour #brsotour der Austausch mit vielen Menschen, auch mit bis dahin unbekannten, möglich. Musik verbindet eben!

Sonntag, Alte Oper Frankfurt

17:45 Uhr, 1. Anspielprobe

Ein Anspiel dient mitunter dazu, sich auf die klanglichen Verhältnisse vor Ort vorzubereiten und die eine oder andere schwierige Stelle ins Gedächtnis zu rufen. Mariss Jansons setzte zwei Anspielproben an. In der ersten war nur ein kleiner Teil des Orchesters anwesend, Oboen und Schlagzeuger. Im 3. Satz der Symphonie fantastique gibt es ein „Fernorchester“, bestehend aus Oboen und Schlagzeug. Deren Einsatz und Klang musste nun erst einmal geprobt werden. Die Pauken befanden sich in den Räumen links und rechts von der Bühne, das Glockenspiel auf dem Flur vor dem Saal. Ich hörte Anweisungen wie „Türe bitte schließen“ und „Nein, Türe doch offen lassen, wenn der Saal voll besetzt ist, klingt es leiser“. Mehrmals probten die Musiker diese Stelle, Orchestermitarbeiter liefen durch den Saal, um den Klang an verschiedenen Positionen zu hören. Nach einer gefühlten halben Stunde war dieser dann ganz nach den Vorstellungen des Maestro Jansons ausbalanciert.

18:30 Uhr, 2. Anspielprobe

Das komplette Orchester kam, auch der Hausherr Dr. Stephan Pauly, der Mariss Jansons und die Musiker willkommen hieß. Und wieder wurden einige Stellen aus der Symphonie fantastique geprobt. Pianistin Mitsuka Uchida kam ebenfalls, um einige Passagen des Klavierkonzerts zu proben. Aber sie war nicht sofort mit allem zufrieden, sah in ihre Noten, die sie auf dem Boden abgelegt hatte, und gab dem Orchester Anweisungen zum Zusammenspiel. Die Atmosphäre war sehr angenehm und die Stimmung zwischen Dirigent, Orchestermusikern und Pianistin wirkte gelöst.

19:00 Uhr, Hinter der Bühne

Die Anspielprobe war beendet. Die ersten Musiker hatten sich bereits ihren Frack angezogen, scherzten, lachten und hatten Zeit für ein Pläuschchen – auch mit mir. Alle waren sehr kommunikativ, offen und interessiert mir gegenüber.

20:00 Uhr, Konzert

Was soll ich dazu noch sagen, was die Musikkritiker nicht schon längst gesagt haben (u. a. hier in der Frankfurter Rundschau ): Es war ein grandioses Konzerterlebnis!

1:09

Als ich beim Orchestermanager Nikolaus Pont, in dessen unmittelbarer Nähe ich saß, nach dem Konzert nachfragte, welche Zugabe Mitsuka Uchida denn gespielt habe, bekam ich, da er die exakte Bezeichnung nicht parat hatte, die Antwort zu späterer Stunde als Tweet:


Vorbildlich, kann ich da nur sagen!

Sollte jemals in München eine Konzert-Couch stattfinden, dann nur beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Vielen Dank auch an die Alte Oper, die mir erneut ein Bloggerticket zur Verfügung gestellt hat – und dann auch noch ein Plätzchen in so netter BR-Nachbarschaft.

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Specialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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