22.000 auf einen Streich – Das Dvorák-Experiment der ARD

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Super-Dvorak-Orchester

Mittdendrin waren 140 hessische Schüler beim hr-Sinfonieorchester und spielten mit den Profis den 4. Satz aus Dvoráks 9. Sinfonie | Foto: hr/Ben Knabe

Mehr als 22.000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland haben beim Dvorák-Konzert unter der Leitung des NDR Chefdirigenten Thomas Hengelbrock mitgemacht. „Fantastisch, das Experiment ist geglückt! Ich bin begeistert, dass so viele junge Leute dabei waren. Ein toller Auftakt, mit dem die ARD ein wichtiges Signal gesetzt hat – mehr davon“, sagte Hengelbrock. Das NDR Sinfonieorchester hatte Dvoráks 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“ im Rolf-Liebermann-Studio des NDR in Hamburg aufgeführt sowie in allen Kulturradios der ARD und per Livestream übertragen.

Langeoog bis ins Allgäu

Schulen aus ganz Deutschland konnten sich zuvor auf die Aufführung vorbereiten. Die ARD hatte dazu auf der Seite www.schulkonzert.ard.de Informationsmaterial zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe dieser Angebote haben sich von Langeoog bis ins Allgäu 360 Schulklassen mit dem Werk und Leben des Komponisten Dvorák beschäftigt. Beim Hessischen Rundfunk waren ca bereits am Donnerstag, 18. September, rund 140 Schülerinnen und Schüler zu Gast im Sendesaal und bildeten gemeinsam mit 80 hr-Sinfonieorchestermusikern das „Super-Dvorák-Orchester“. Aufgeteilt in zwei Gruppen spielten je 70 Schüler gemeinsam mit den Profis den 4. Satz von Antonin Dvoráks 9. Sinfonie (Aus der neuen Welt). Am Freitag waren ca. 100 weitere Schüler zu Gast und präsentierten ihre Interpretationen und Kompositionen zum Thema „Aus der Neuen Welt“.

Hier das musikalische Ergebnisse von Gruppe A
NDR-Chefdirigent Hengelbrock hatte während des Konzerts am Freitag, 19. September, vor rund 320 Schülern, das von ARTE Concert im Video-Livestream übertragen wurde, zwischen den Sätzen über Dvorák und dessen Werk gesprochen, kurze Filmberichte zeigten Einblicke in die Aktivitäten rund um das Dvorák-Experiment. Außerdem gab es Liveschalten zum „Dvorák Open House“ von RBB und Deutschlandradio in Berlin sowie zur „Dvorák-Lounge“ in Köln mit Musikern der WDR-Bigband.

Joachim Knuth, NDR Programmdirektor Hörfunk und Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission: „Das Dvorák-Konzert war faszinierend; ich habe im Saal viele begeisterte Gesichter gesehen. Dass sich bundesweit Schülerinnen und Schüler so zahlreich beteiligt, sich so großartig engagiert haben, zeigt, dass ein ARD-Projekt wie das Dvorák-Experiment ein guter Weg ist, Kindern und Jugendlichen das Besondere der klassischen Musik nahezubringen. Wir wollen das „Dvorák-Experiment“ 2015 fortsetzen und damit unterstreichen, wie anhaltend wichtig der ARD das Thema musikalische Bildung ist.

Kreatives Potential

Am Dvorák-Experiment haben sich auch Deutsche Schulen in den USA, in Tschechien, Russland, England, San Salvador und auf Gran Canaria beteiligt. Das Projekt hat die ARD gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat ins Leben gerufen. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Das Dvorák-Experiment und die zahlreichen Begleitprojekte haben gezeigt, welches kreative Potenzial in den Kindern und Jugendlichen steckt. Dieses Potenzial zu fördern und auszubauen, ist eine der Hauptaufgaben in unserer heutigen Gesellschaft. Die ARD hat mit ihrem Engagement einen zukunftsweisenden Grundstein gelegt und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für musikalische Bildung einmal mehr veranschaulicht. Umso wichtiger ist es nun, dieses Engagement zu intensivieren und damit vor allem den Entscheidungsträgern in der Politik zu verdeutlichen: Musikalische Bildung geht uns alle an.“

Auch künftig soll es das Musikvermittlungs-Projekt „Ein ARD-Konzert macht Schule“ einmal im Jahr geben, dann in wechselnder Verantwortung der ARD- Landesrundfunkanstalten. 2015 übernimmt der Bayerische Rundfunk die Federführung. Dann hoffentlich mit einem einheitlichen Hashtag …

Der Mitschnitt des Konzertes ist unter www.schulkonzert.ard.de sowie über http://concert.arte.tv/de abrufbar.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Specialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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