hr-Sinfoniekonzert mit Yefim Bronfman und Paavo Järvi

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Paavo Järvi, Conductor Laureate des hr-Sinfonieorchester | Foto: hr/Mathias Bothor

Paavo Järvi, Conductor Laureate des hr-Sinfonieorchester | Foto: hr/Mathias Bothor

Meine Vorfreude ist rießig. Diese Woche dirigiert nämlich der Ex-Chefdirigent und jetzige Conductor Laureate des hr-Sinfonieorchesters Paavo Järvi die hr-Sinfoniekonzerte. Solist bei den beiden Konzerten am Donnerstag  (23. März) und Freitag (24. März) in der Alten Oper ist der Pianist Yefim Bronfman.

Das hr-Sinfonieorchester ist auch als „Bruckner- und Mahler-Orchester“ bekannt. Deshalb stehen Werke dieser beiden Komponisten regelmäßig auf dem Programm. War es vor zwei Wochen die 5. Sinfonie von Gustav Mahler (mit der das Orchester übrigens auch auf Europatournee ging), so ist es in dieser Woche die d-Moll Sinfonie, besser bekannt als „nullte“ Sinfonie, von Anton Bruckner.

Warum „nullte“ Sinfonie?

In den Jahren 1863/64 komponierte Bruckner zwei Sinfonien – eine in f-Moll und eben jene in d-Moll –, die er nicht als vollgültige Werke ansah. Deshalb hat er sie nicht nummeriert, er hat sie aber auch nicht vernichtet. Erst die c -Moll-Sinfonie von 1865/66 hat er als seine 1. Sinfonie bezeichnet. Den Name „nullte“ erhielt die d-Moll-Sinfonie, nachdem Bruckner im Jahr 1895 eine große Null in die Partitur schrieb. Insgesamt hat Bruckner elf Sinfonien geschrieben, und er gehört nach Beethoven zu den großen Sinfonikern.

Die „nullte“ Sinfonie ist kräftig im Klang, eigen im Charakter und mit einem turbulenten Scherzo-Satz gewürzt. Mit ihr wird das hr-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi den gemeinsamen Bruckner-Zyklus abschließen.

Seltenheitswert hat auch der erste Programmpunkt: Der amerikanisch-israelische Pianist Yefim Bronfman spielt nicht das populäre erste Klavierkonzert von Peter Tschaikowsky, sondern dessen expressives „Zweites“. Aber Bronfman ist ohnehin einer, der nicht dem interpretatorischen Mainstream folgt.

„Ich halte Tradition für die sehr dicke Kruste, die wir an unseren Schuhsohlen mitschleppen“, sagte er einmal. „Darüber wird vergessen, auf was es wirklich ankommt, was die Substanz ist. Ich versuche, anders zu spielen – nicht, um es anders zu machen, als Selbstzweck! Vielmehr so, wie ich es fühle. Und das wechselt von Aufführung zu Aufführung. Ich spiele völlig unterschiedlich von Nacht zu Nacht, und das geschieht ganz natürlich.“

Das Programm auf einen Blick

Peter Tschaikowsky: 2. Klavierkonzert G-Dur op. 44

Anton Bruckner:  Sinfonie d-Moll, „Nullte“

Das Konzert in hr2-kultur

Freitag, 24. März 2017, 20.04 Uhr (live)

Dienstag, 4. April, um 20.04 Uhr

Das Konzert im Internet

Video-Livestream am Freitag, 24. März, auf  hr-sinfonieorchester

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Specialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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