Vorgestellt: Katharina Groll

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In der Reihe „Vorgestellt“ sprechen Orchestermusikerinnen und -musiker über ihre Beziehung zu ihrem Instrument, Probespiel, Rituale, Konzerterlebnisse sowie „musikalischen Wünsche“. Zu Wort kommen Musikerinnen und Musiker aus den verschiedensten Orchestern, egal ob sie in einem Sinfonie-, Opern- oder Kammerorchester, in einem deutschen oder ausländischen Orchester spielen.

Heute lernen Sie die Fagottistin Katharina Groll von den Düsseldorfer Symphonikern kennen.

Fagottistin Katharina Groll von den Düsseldorfer Symphonikern

Fagottistin Katharina Groll von den Düsseldorfer Symphonikern

Welche Beziehung haben Sie zu Ihrem Instrument?

Zu meinem Instrument dem Fagott habe ich eine sehr gute Beziehung. Ich mag den warmen, tiefen Klang und finde es schön, dass man mit diesem Instrument doch ein wenig Exot ist…

Welche Erinnerung haben Sie an Ihr Probespiel bei den Düsseldorfer Symphonikern?

An das Probespiel in Düsseldorf im Oktober 2010 kann ich mich noch sehr gut erinnern. Es sollte um 10h morgens beginnen und ich bin mit der Bahn von Essen angereist. Ich hatte schweres Gepäck dabei, da ich nicht nur mein Fagott, sondern auch das Kontrafagott transportieren musste. Schließlich gab es im Zug eine Durchsage, dass der Düsseldorfer Hauptbahnhof aufgrund einer Bombendrohung gesperrt ist und alle Fahrgäste in Duisburg aussteigen müssen und mit dem Taxi weiterfahren sollen. Dann bin ich mit dem ganzen Gepäck zum Taxistand gerannt und konnte zum Glück noch das letzte Taxi ergattern.

Da die Autobahn aber aufgrund des Chaos total voll mit Autos war, kam ich erst um 9.58h an der Tonhalle in Düsseldorf an und musste wenige Minuten später auch gleich spielen. Das war eine Punktlandung und für jegliche Nervosität war keine Zeit mehr.

Wo üben Sie am liebsten?

Eigentlich habe ich keinen bestimmten Ort. Am liebsten mag ich aber Räume, die nicht allzu klein sind und in denen es viel Tageslicht gibt. Dort fühle ich mich am Wohlsten.

Welches war Ihr schönstes Konzerterlebnis?

Da gibt es zum Glück sehr viele … Vor kurzem jedoch gab es aber in Wien mit unserem Orchester ein sehr besonderes  Konzert. Wir haben im Musikverein Tschaikowskys 5. Sinfonie gespielt. Das war ein tolles Erlebnis!

Haben Sie ein persönliches Ritual vor einem Auftritt? Verraten Sie es?

Ein persönliches Ritual in dem Sinne habe ich nicht, jedoch versuche ich schon vor jedem Auftritt ein bisschen zur Ruhe zu kommen und nochmals tief durchzuatmen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was wäre das in musikalischer Hinsicht?

Ich würde sehr gerne mal in der Berliner Philharmonie spielen. Das habe ich tatsächlich noch nie getan!

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Specialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

2 Kommentare

  1. Danke, liebe Frau Schmid, für die wirklich hochinteressanten und schönen Beiträge!
    Es ist ja eine Welt, aus der ich naturgemäß ausgeschlossen bin, da ich bis auf ein paar Wochen Klavierunterricht in meiner Jahrzehnte zurückliegenden Kindheit kein Instrument erlernte.
    Meine naive erste Frage an Sie wegen der Notenständer ergab sich damals auch wirklich nur deshalb, weil ich auf 3sat oder arte ein konzert verfolgte, wobei ich minutenlang niemanden umblättern sah, und da dachte ich mir, so viele Noten können doch gar nicht auf zwei Seiten gehen… ja, merken die sich das denn und wozu dann der Notenständer? (Ich war ja, zur Erklärung, aufgrund meiner chronischen Erkrankung schon elendslange in keinem Konzert mehr.) Das musste natürlich wie ein Witz für Sie klingen…
    Egal, ich freu mich über das erfolgte Zustandekommen dieses Kontakts und über jeden Bericht, der von Ihnen kommt!
    Liebe Grüße
    Elke Aichinger

    • Liebe Frau Aichinger,
      freut mich zu hören, dass Ihnen meine Beiträge gefallen.
      Ihre Frage nach den Notenständern klang für mich keineswegs als Witz …
      Glücklicherweise gibt es ja die Möglichkeit, Konzerte im Hörfunk oder auch im Internet etwa in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker oder auf ArteConcert erleben.
      Beste Grüße
      Ulrike Schmid

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