Klassik trifft Pop beim Music Discovery Project des hr-Sinfonieorchesters

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(Noch) über den Dächern von Kassel, ende der Woche in der Frankfurter Jahrhunderthalle mit dem hr-Sinfonieorchester: Clemens Rehbein (r.) und Philipp Dausch alias Milky Chance | Foto: HR/Holger Jenss

(Noch) über den Dächern von Kassel, Ende der Woche in der Frankfurter Jahrhunderthalle mit dem hr-Sinfonieorchester: Clemens Rehbein (r.) und Philipp Dausch alias Milky Chance | Foto: HR/Holger Jenss

Einmal im Jahr wird’s „poppig“ beim hr-Sinfonieorchester (und somit auch auf diesem Blog): Dann steht das Music Discovery Project an, zu dem sich das Orchester jährlich einen DJ oder erfolgreiche Pop-und Elektro-Künstler einlädt, um mit ihnen gemeinsam zu musizieren. In diesem Jahr ist das Pop-Folk-Duo Milky Chance aus Kassel Special Guest der Veranstaltung.

Milky Chance – das sind Clemens Rehbein und Philipp Dausch, die mit ihrem Song „Stolen Dance“ 2013 die deutschen Charts stürmten und seitdem durch Europa, Australien und Amerika touren. Zwischen all dem Touren hatte Clemens Rehbein im Dezember 2014) noch Zeit für ein Telefoninterview mit mir gefunden. (Das ausführliche Interview erschien zuerst im hr-Journal, der Zeitung des Hessischen Rundfunks, in der Ausgabe Januar/Februar 2015.)

Ihr seid „Special Guest“ beim „Music Discovery Project“. Wie war das – rief da jemand vom Hessischen Rundfunk an und fragte, was ihr im Februar 2015 vorhaben?

Clemens Rehbein: So ungefähr. Wir hatten ein Konzert in Frankfurt und gerade Soundcheck, da kam ein Frau vom Hessischen Rundfunk auf uns zu und erzählte uns vom „Music Discovery Project“. Sie fragte, ob wir nicht Lust hätten, da mitzuwirken – und wir haben ja gesagt.

Einfach so?

Klar! Wir haben uns tierisch gefreut, dass wir gefragt wurden. Philipp und ich kommen ja aus dem Musikleistungskurs und hatten in den vergangenen Jahren noch sehr viel mit Klassik und Orchestermusik zu tun. Wir haben auch sehr viel gehört und gesehen und finden diese Musik ziemlich cool. Wir dachten, zusammen mit dem Orchester ein Programm zu starten, das könnte sehr interessant sein.

Trotzdem ein bisschen Muffensausen vor der Begegnung mit dem hr-Sinfonieorchester oder tiefenentspannt?

Na ja. Also Muffensausen würde ich es nicht nennen. Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin. Aber wir werden auf jeden Fall aufgeregt sein. Es ist doch Neuland, und ich glaube, das Gefühl, mit einem Orchester auf einer Bühne zu stehen, ist überwältigend. Gerade, wenn man es das erste Mal macht und dann auch noch so viele Musiker um sich herum sitzen hat, die alle Profis auf ihrem Gebiet sind. Wir haben auf jeden Fall Respekt davor.

Du wirkst ganz entspannt. Was macht dich nervös?

Nun, auf der Bühne stehen ist schon immer sehr aufregend, und wenn das dann noch ein Projekt ist, wo so viele mitwirken, ist man auf jeden Fall nervös. Auf der Bühne werden wir schon etwas hibbelig, wie man das halt so kennt. Wir haben aber kein Lampenfieber.

Ihr produziert eure Songs selbst, schert euch nicht um die Musikindustrie und machen offenbar nur das, worauf ihr Lust habt. Was reizt euch am „Music Discovery Project“?

Der besondere Reiz liegt auf jeden Fall auf der musikalischen Ebene. Also, dass man Stücke umarrangieren kann, und überhaupt, dass man „neue Musik“ mit „alter Musik“ verschmelzen lässt. Das sind ja schon zwei sehr unterschiedliche Welten – klassische Musik und elektronische Musik – und das Zusammenführen finde ich schon sehr interessant. Ich glaube auch, dass uns die Zusammenarbeit sehr viel bringt und wir Erfahrungen sammeln.

Wie sieht der Ablauf am Konzertabend aus?

Bisher ist vorgesehen, dass es ein paar Stücke gibt, die wir spielen und ein paar, die das Orchester spielt. Dann soll es Teile geben, wo eine Symbiose stattfindet, also wo das hr-Sinfonieorchester und wir zusammenspielen und wir Sachen neu arrangieren oder Übergänge in ein klassisches Stück schaffen. Das ist gerade alles noch in Arbeit.

Warum überhaupt Musik? War das Zufall? Und hätte es nach der Schule auch was anderes werden können?

Dass Musik ein großer Teil meines Leben ist oder viel Zeit beansprucht, das war klar, seitdem ich 16 bin, also zu der Zeit, als ich angefangen habe, Gitarrenunterricht zu nehmen. Von da an habe ich auch alles andere vernachlässigt und mich automatisch nur auf Musik konzentriert, weil ich süchtig war nach Gitarre spielen.

Von eurem Hit „Stolen Dance“ können die Leute nicht genug kriegen. Könnt ihr ihn überhaupt selbst noch hören?

Ich höre ihn nie, ich spiele ihn nur – zum Glück. Wenn er im Radio zufällig läuft, dann schalte ich auf jeden Fall um, aber spielen macht natürlich immer viel Spaß. Wobei ich viel variiere. Wenn man etwas so viele Jahre spielt, fängt man einfach an auszuprobieren.

Ihr seid in Kassel zuhause und sagt, ihr liebt diese Stadt. Verrätst du uns deine drei Lieblingsplätze?

Meine drei Lieblingsplätze. Es gibt einen stillgelegten Steinbruch. Der ist irgendwo oben im Wald, wenn man den Herkules hochfährt. Der Steinbruch ist riesengroß und von da aus hat man einen schönen Blick. Auch die Hessenschanze ist sehr schön. Tja, es gibt viele schöne Orte, auch im Umland. Die ganzen Wälder – da gibt es ganz coole Plätze.

Euer nächstes Projekt?

2015 werden wir ganz viel touren: Ab Januar in Europa, Australien und Amerika. Im August wollen wir eine Pause machen und Ende des Jahres wollen wir eine neue CD aufnehmen.

 

Das „Music Discovery Project: Liedschlag“ findet am kommenden Freitag (27. Februar) und Samstag (28. Februar) unter der Leitung von Evan Christ in der Frankfurter Jahrhunderthalle statt. Beide Konzerte sind ausverkauft, das Konzert wird allerdings unter www.hr-sinfonieorchester.de live übertragen. Beginn ist 20 Uhr.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Beraterin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Seit April 2014 arbeitet sie als PR-Referentin beim Hessischen Rundfunk. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

2 Kommentare

  1. Hey Leute, ich war bei dem konzert da, aber habe das Programmheft nicht mitgenommen, weil ich mir nichts bei dachte. Jetzt wollte ich meiner Schwester das Konzert in einzelne Lieder cutten, weiß aber nicht wie die alle heißen. Kann einer von eurem team mir helfen? Meine Schwester wurde gestern 18 und wollte ihr einmal ein Geschenk geben. Danke wär voll lieb ;)

  2. Hallo Lorenz,

    wende dich doch bitte an die Pressestelle des Orchesters. Kontakt siehe hier: http://www.hr-online.de/website/derhr/home/index.jsp?rubrik=58625. Wenn vorhanden bekommst du da bestimmt das Programmheft.

    Ich bin „nur“ der Fan. :-)

    Viele Grüße
    Ulrike

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