Kolumne der Kulissenmaus. Verschwunden

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KulissenmausEs war einmal ein Geigenbauer, der baute ganz hervorragende Streichinstrumente … So oder so ähnlich könnte die Geschichte, von der ich erst jetzt erfahren habe, auch beginnen.

1713 baute Antonio Stradivari im schönen Cremona eine Geige, die heutzutage als „Gibson ex Huberman“ bekannt ist. Ursprünlich wurde die Violine nur „Gibson“ genannt. Den zusätzlichen Namen Huberman erhielt sie erst Jahre später und geht auf ihren langjährigen Besitzer, den Virtuosen Bronisław Huberman (1882-1947) zurück. Ihm wurde die Geige gleich zweimal gestohlen. Das erste Mal passierte es 1919 in einem Wiener Hotel – er hatte Glück und bekam sie zurück. Beim zweiten Mal hatte Huberman nicht ganz so viel Glück. Sie wurde ihm 1936 aus der Künstlergarderobe der Carnegie Hall gestohlen und er musste fortan auf einer anderen Geige spielen.

Erst 1985 verriet der Dieb Julian Altman, ein Wander- und Auftragsmusiker, auf dem Sterbebett seiner Frau, auf was für einem wertvollen Instrument er da in den vergangenen Jahren gespielt hatte.

2001 ging die Violine in den Besitz des amerikanischen Violinisten Joshua Bell über. Am kommenden Dienstag wird der Klang dieser Geige übrigens in der Essener Philharmonie zu hören sein – gemeinsam mit dem einzigartigen Klangstil der Wiener Philharmoniker. Apropos –  fünf Musiker der Wiener Philharmoniker spielen auch auf Instrumenten von Stradivari.

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