Konzertbesuche sind teuer?

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Tickets

Ein Argument, das ich des Öfteren zu hören bekomme, ist: „Besuche von klassischen Konzert sind einfach zu teuer. Das kann ich mir nicht leisten.“ Ja, lautet dann meine Antwort, wenn es denn Tickets der ersten Preiskategorie in der Alten Oper Frankfurt für ein Gastorchester sind.  Und dann kommt mein „aber“. Bei den heimischen Orchestern sehen die Preise nämlich ganz anders aus und es gibt auch Alternativen.

Drei Anregungen

Universitätsorchester
Eine dieser Konzertalternativen zu den renommierten Orchestern habe ich vergangene Woche gleich zweimal im westfälischen Münster erlebt. Dabei handelte es sich um die Semesterabschlusskonzerte des collegium musicum instrumentale münster und des Jungen Sinfonieorchesters der WWU Münster. In beiden Orchestern musizieren Studenten aller Fachrichtungen und Alumni (im Falle des collegium musicum instrumentale münster) der WWU Münster auf gehobenem Niveau. Beide Orchester boten ein reizvolles und auch ungewöhnliches Programm (siehe hier und hier). Ungewöhnlich dahingehend, dass ich für meinen Teil bis dato noch nie etwas von einem Komponisten namens Alexander Arutjunjan gehört hatte (und das Trompetenkonzert gefiel mir richtig gut!). Das collegium musicum instrumentale münster konnte für sein Konzert gar den Solo-Bratscher des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, Hermann Menninghaus, gewinnen.

Der Eintritt zu beiden Konzerten war kostenfrei, eine Spende nach dem Konzert erbeten.

Musikhochschulorchester
Eine weitere Alternative sind die Konzerte der Musikhochschulen. In Frankfurt gibt es  z. B. immer wieder mal Orchesterkonzerte. Der Eintritt ist oft frei, oder die Tickets sind zu einem erschwinglichen Preis zu haben. Dafür bekommt man angehende Berufsmusiker zu höher. Mitunter treten sie auch in kammermusikalischer Besetzung mit bereits etablierten Musikern auf. Zumal dann, wenn sie ihre Lehrer sind.

„Heimische“ Orchester
Irgendwie logisch, dass die Tickets beispielsweise für die Sächsische Staatskapelle Dresden in Frankfurt teurer sind, als die Tickets für die Orchester, die wir vor Ort haben, schließlich müssen erstere ja anreisen und nächtigen. Insofern stimmt es natürlich nicht, zu sagen, dass Ticktes für klassische Konzerte per se teuer sind. Die Ticketpreise fürs hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt liegen zwischen 15 und 50 Euro und auch die Einzelkartenpreise für die Sinfoniekonzerte des Frankfurter Opern- und Museumsorchester sind mit Preisen zwischen 23 und 72 Euro nur unwesentlich teurer. Und auch die Dresdner kann man in Dresden zu ähnlichen Preisen hören.

Hält man sich vor Augen, dass die günstigste Karte kaum teurer ist, als ein Kino- oder Museumsbesuch, kann man nicht wirklich davon sprechen, dass ein Klassikkonzertbesuch teuer ist.  Zumindest nicht teurer, als manch anderes kulturelles Ereignis. Im Gegensatz zu einem Kinobesuch, bekommt man bei einem Konzert etwas „singuläres“ geboten, etwas, das meist nur zwei- dreimal in Folge aufgeführt wird und bei dem rund 100 Musikerinnen und Musiker zwei Stunden ihr Bestes geben und keine Chance auf eine Wiederholung haben, sollte ihnen ein Patzer unterlaufen.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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