Konzerte zur Mittagszeit

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Lunchkonzert in der Oper Frankfurt | Foto: Wolfgang Runkel

Lunchkonzert in der Oper Frankfurt | Foto: Wolfgang Runkel

Bei den Berliner Philharmoniker sind sie mittlerweile zu einer festen Institution geworden, beim WDR Sinfonieorchester finden sie nicht ganz so regelmäßig statt: Die Rede ist von Konzerten zur Mittagszeit. In Berlin wird mit dem „Lunchkonzert“ in der Philharmonie immer dienstags bei freiem Eintritt und (kostenpflichtigem) Essen ein 40- bis 50-minütiges Kammermusik-Programm präsentiert. Kostenfrei ist auch das „Konzert ohne Kalorien“ bei dem das WDR Sinfonieorchester seine Besucher für eine halbe Stunde an einer öffentlichen Orchesterprobe in der Kölner Philharmonie teilhaben lässt.

Und in Frankfurt?

Von den beiden großen Orchestern sind mir Mittagskonzerte nicht bekannt. Dafür gibt es allerdings von der Oper Frankfurt und dem historischen museum frankfurt zwei entsprechende Angebote.

Mittagskonzert

Mittagskonzert historisches museum frankfurt

Die Künstler des Mittagskonzerts am 4. Dezember 2013: Ueli Wiget und Jósef Juhász | Foto: historisches museum frankfurt

Den 50. Todestag von Paul Hindemith – es ist der 28. Dezember 2013 – hat das historische museum frankfurt zum Anlass genommen, die Reihe „Mittagskonzert“ zu initiieren. An sechs Terminen – immer mittwochs – wird Kammermusik des mit Frankfurt eng verbundenen Komponisten präsentiert. Das Konzertprogramm ist auf eine halbe Stunde angelegt. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, sich bei einer Suppe (kostenpflichtig, wie auch das Konzert) zu stärken. Der hr2-kultur-Redakteur Helge Heynold moderiert die Konzerte, die von Mitgliedern des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters gespielt werden. Bei meinem Konzertbesuch waren das Jósef Juhász (Tuba) und Ueli Wiget am Klavier. Helge Heynold führte in das Konzert ein, las aus Hindemiths Briefen aus dessen New Yorker Zeit vor und veranschaulicht so die Lebenssituation des Komponisten.  Jósef Juhász stellte anschließend sein Instrument vor, ehe die „Sonate für Basstuba und Klavier“ gespielt wurde.

Lunchkonzert in der Oper Frankfurt | Foto: Wolfgang RunkelIntermezzo

Auch in der Oper Frankfurt gibt es seit Kurzem Musik zur Mittagspause. Vergangenen Montag (9. Dezember 2013) fand die mit „Intermezzo – Oper zur Mittagspause“ überschriebene Veranstaltung zum ersten Mal statt. Bei der Auftaktveranstaltung haben sieben Mitglieder des Opernstudios  – das Nachwuchsförderungsprogramm der Oper – Arien gesungen.  Mit dem Lunchkonzertformat „Intermezzo – Oper am Mittag“ erweitert die Oper Frankfurt

„ihr neu aufgestelltes Vermittlungsprogramm „JETZT! Oper für dich“, das sich an ein breitgefächertes, nicht nur jugendliches Publikum richtet und neugierig machen soll auf ihr vielseitiges Angebot. Mit seinem zentralen Standort inmitten der Innenstadt will das Haus am Willy-Brandt-Platz berufstätigen Nachbarn und spontanen Besuchern eine Möglichkeit bieten, ihre Mittagspause in ungezwungener, musikalisch umrahmter Atmosphäre zu genießen.“,

sagte mir Thomas Stollberger, der an der Oper Frankfurt als Ansprechpartner für die Organisation des Opernstudios fungiert.

Lunchpaket

Lunchpaket

Auch bei dieser rund 60-minütigen „kammermusikalischen Mittagspause“ ist für das leibliche Wohl in Form von Lunchpaketen zu einem erschwinglichen Preis gesorgt.

Ich weiß nicht, lag es am Sponsor (die Deutsche Bank Stiftung unterstützt sowohl das Opernstudio als auch die Intermezzo-Serie), an der Location oder am Thema, dass tatsächlich so viele „Business-Menschen“ anwesend waren.

Sowohl das Konzert im historischen museum frankfurt als auch das in der Oper Frankfurt waren gut besucht. Scheint so, als ob das Ziel der beiden Einrichtungen, einem breitgefächerten Publikum einen attraktiven Treffpunkt für eine mittägliche Entspannung zu bieten und Lust auf mehr zu machen, aufgegangen ist. Mir hat’s gefallen.

Das nächste Mittagskonzert findet bereits übermorgen, am 18. Dezember, statt. Bis das nächste Intermezzo stattfindet, müssen wir uns noch bis zum 5. Mai 2014 gedulden. Wir sehen uns!

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

3 Kommentare

  1. Oh, danke für die Erwähnung meines Lieblingsorchesters :-) Die Lunchkonzerte des WDRSO finden schon regelmäßig statt, nämlich im Rahmen der Reihe PhilharmonieLunch der Kölner Philharmonie und zwar in jeder Konzertwoche, in der das WDRSO dort spielt. Die Termine teilt sich das WDR Sinfonieorchester mit dem Gürzenich-Orchester Köln, dem zweiten Hausorchester der Kölner Philharmonie, daher scheint die Abfolge unregelmäßig ;-) Auch in Köln ist diese Reihe äußerst beliebt und immer gut besucht. In letzter Zeit ist fast kein Platz mehr zu bekommen, was bei einer Anzahl von rund 2.000 schon sehr beachtlich ist.

  2. Ich hatte nur beim WDR Sinfonieorchester geguckt und deren Konzerte finden nicht ganz so regelmäßig statt, wie das bei den Berliner Philharmoniker oder im Historischen Museum der Fall ist.
    Beneide dich ja ein bisschen um PhilharmoniLunch. So was hätte ich auch gerne …

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