Liebe, Tod und Eifersucht beim Jungen Konzert

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Generalprobe: Simone Young und das hr-Sinfonieorchester | Foto: hr/Manfred Roth

Generalprobe: Simone Young und das hr-Sinfonieorchester | Foto: hr/Manfred Roth

Mal wieder etwas Neues! Am vergangenen Donnerstag (26. September 2013) war ich in einem so genannten „Jungen Konzert“ des hr-Sinfonieorchesters. Diese Konzerte werden mehrmals pro Saison speziell für Jugendliche veranstaltet, um ihnen klassische Musik nahezubringen und sie dafür zu begeistern. Im Gegensatz zu den „normalen“ Abonnementkonzerten werden die „Jungen Konzerte“ moderiert, Kurzinterviews geführt und auch Musikbeispiele aus den einzelnen Werken zum besseren Verständnis gegeben. Am Donnerstag führte die hr2-kultur-Moderatorin Christiane Hillebrand durch den Abend. Sie sprach auch kurz mit der Gesangssolistin des Abends, Petra Lang, über die „Bruchstücke aus Wozzeck“.

Silke Janßen vom Städel Museum

Silke Janßen vom Städel Museum

Auf dem Programm standen Richard Strauss, Tod und Verklärung, Alban Berg, Drei Bruchstücke aus „Wozzeck“, und Richard Wagner, Siegfried-Idyll sowie Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde“. Erstmals am Pult des hr-Sinfonieorchesters stand Simone Young, Intendantin der Staatsoper Hamburg und Hamburgische Generalmusikdirektorin der Philharmoniker Hamburg. Zu diesem Konzert hatte ich wieder einen Gast auf die Konzert-Couch eingeladen. Platz nahm dieses Mal das Städel Museum vertreten durch Silke Janßen.

Ein paar Beobachtungen

Die Dirigentin

Ich habe Simone Young zum ersten Mal als Dirigentin erlebt und war sehr beeindruckt. Ihren Stil fand ich „speziell“ und faszinierend zugleich. Sie setzt ihren ganzen Körper ein und tänzelt geradezu auf dem Podest herum. Gleichzeitig empfand ich ihre groß ausholenden Armbewegungen voller Anspannung und sehr graziös.

Das Orchester

Um dem Vorurteil entgegenzuwirken, Konzerte seien steif, wählen mancherorts Orchestermusiker eine „zeitgemäße“ Kleidung oder zumindest eine „Fracklose“ (schwarze Hose, schwarzes Hemd). Nicht so das hr-Sinfonieorchester. Die Musikerinnen und Musiker machten keinen Unterschied zwischen einem Abonnementkonzert und einem Jungen Konzert. Die Herren trugen Frack, die Damen dunkle Kleidung. – Fand ich gut!

Die Solistin

Die Sopranistin war bravourös, v. a. wie sie in Wozzeck die Wechsel zwischen „Sprech-“ und Singstimme meisterte.

Das Publikum

Das überwiegend junge Publikum war aufmerksam und disziplinierter als manches erwachsene Publikum. Weder Handygeklingel, Hüsteln oder langsames Auswickeln von Bonbons noch fluchtartiges Verlassen des Saals nach dem letzten Ton. Ganz im Gegenteil: Der Beifall setzte erst ein, als der letzte Ton im Saal verhallt war.

Es war ein wunderschönes Konzert und ein schöner Abend mit Silke Janßen als Konzert-Couch-Gast.

Wer Lust hat, sich das Konzert anzuhören, hat am Dienstag, den 8. Oktober 2013 Gelegenheit dazu. Ab 20.30 Uhr wird der Mitschnitt vom Freitagabend auf hr2-kultur gesendet.

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Beraterin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Seit April 2014 arbeitet sie als PR-Referentin beim Hessischen Rundfunk. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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