Menschen aus meiner Timeline: @CM2111

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CM2111CM2111 gehört zu denjenigen in meiner Twitter-Timeline, die ich erst durch meine Twitterei als Orchestrasfan kennengelernt habe. Wie wir uns fanden, weiß ich nicht mehr, plötzlich war sie da – und das ist gut so. Das hr-Sinfonieorchester war in diesem Fall nicht das verbindende Element, wohl aber ihre Tweets zu Kulturthemen im Allgemeinen und klassischer Musik im Speziellen. Sie liest mein Blog und äußert sich dann auch schon mal über meine Beiträge. ;-)

Sie bloggt unter The Italian Way nicht nur über Musik. Auch Begegnungen am Wegesrand und Gedichte finden Eingang in ihr Blog.

Bisher galt meine erste Frage immer der nach dem Profilbild. In deinem Fall gibt es da nichts zu fragen, weil du zu erkennen bist. Dafür nennst du dich bei Twitter @CM2111. Wieso und weshalb dieser Name? 

Ich habe erst Ende 2012 mit Twitter angefangen, wollte keinen Fakenamen und habe dann einfach die ersten Buchstaben meines Namens genommen plus der Zahlen, weil es CM schon gab. Da ich hauptsächlich über Kultur zwitschere erschien mir das geeignet, um nicht sofort mit dem Beruf meines Mannes in Verbindung gebracht zu werden.

Welche Beziehung hast du generell zur klassischen Musik? Ist sie eher beruflicher oder privater Natur?

Klassische Musik zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Beruflich wollte ich eigentlich Opernregie studieren und hatte schon einen Studienplatz in Wien, habe mich dann aber doch erst einmal für ein  Jurastudium/Philosophie in Frankfurt entschieden. Während diese Zeit und nach meinem Studium habe ich in der Alten Oper und an den Städischen Bühnen gearbeitet, dazwischen im Ausland.

Was bedeutet dir klassische Musik? 

Ich bin in einer Musikerfamilie aufgewachsen, es waren immer Musiker und Sänger bei uns zu Hause. Irgendwie war ich immer von klassischer Musik, von Oper, Operette, Musical, Ballett und Konzert umgeben. Früher habe ich Klavier und Orgel gespielt, später kam dann Saxophon hinzu.

Für mich ist klassische Musik so wichtig wie atmen. Was sich immer wieder verändert hat, ist die Gewichtung zwischen den Sparten, früher sehr viel  mehr Oper, heute lieber Konzerte. Absolut begeistert bin ich von zeitgenössischer Musik, beeinflusst von Begegnungen mit Maderna, Stockhausen, Rihm, Eötvös usw., später aus meiner Zeit an der Frankfurter Oper, durch die Reihe Happy New Ears“, in Amerika durch Phil Glass, Adams und dem genialen Merce Cunningham. Toll in Hamburg die Silvesterkonzerte mit Ingo Metzmacher „Who is afraid of 20th Century Music“ die ich alle auf dem iPhone habe. Freue mich da sehr auf Nagano 2015.

Leben ohne klassische Musik ist möglich, aber sinnlos! ;-)

Welche anderen Musikrichtungen hörst du sonst noch?

Ich mag es gerne richtig rockig und höre von AC/DC über Metallica, Alice Cooper zu Joe Cocker fast alles, sehr gerne Jazz, bin Fan von Joachim Kühn.

Wie und wann hörst du klassische Musik? 

Meist gehe ich mehrmals im Monat, oft mehrmals in der Woche in Konzerte, Opernaufführungen oder ins Ballett. Nach einem tollen Konzert lasse ich das Gehörte sehr gerne nachklingen und höre privat dann eher U-Musik, oft Internetradio, z. B. Latte Miele“. Ich habe inzwischen auch eine sehr große Musiksammlung in der Cloud, dadurch kann ich dann, je nach Lust/Laune und egal wo ich bin und was ich mache, Musik hören. Sehr gerne höre ich Musik beim Kochen. Im Moment die kompletten Aufnahmen von Hans Werner Henze.

Gibt es etwas, dass dich total nervt am „klassischen Musikbetrieb“? 

Die Eventkultur! Ok, ich bin auch in den angesagten“ Konzerten, Opern- und Ballettpremieren, höre und sehe mir aber auch unbekanntere Künstler an und gehe gerne in Repertoireaufführungen von Oper und Ballett. Und  diese Abende sind oft richtige Sternstunden! Lange bevor sie Stars wurden habe ich z. B. schon jedes mögliche Dirigat von Andris Nelsons oder Yannik Nézet-Séguin besucht. Ich wünsche mir, dass das Bedürfnis nach Kultur und Kunst in jeder Form in den Schulen gefördert wird, dass eine Generation nachwächst, die nicht nur nach den Auslastungszahlen und der Höhe der Subvention fragt, sondern Kunst und Kultur als ein lebenswichtiges Gut begreift, das in seiner Vielfalt bewahrt werden muss. Events sind wichtig, aber Kunst wird nicht allein dafür oder gar für das Feuilleton gemacht.

Gibt es Werke oder Stilrichtungen, die du dir absolut nicht anhörst? Wenn ja, welche und warum?

Mit Schlager und Volksmusik kann ich nichts anfangen, genauso mit Techno. Bei der klassischen Musik mag ich Chorwerke nicht so gern und arbeite mich erst noch durch die Barockmusik. Die Musik von Benjamin Britten liegt  mir nicht, warum kann ich nicht wirklich begründen, höre ich mir aber freiwillig nicht an.

Wie bist du zur klassischen Musik gekommen? 

Siehe oben.

Kannst du dich noch an deinen ersten Konzertbesuch erinnern? Wie war er? 

An mein erstes Konzert kann ich mich nicht mehr erinnern. Es soll Mozart’s Kleine Nachtmusik“ gewesen sein. Meine Erinnerung beginnt mit Richard Wagner und dem Karfreitagszauber. Meine erste Oper war Die Meistersinger“ und ich war noch im Kindergarten. Prägend für alles, da ich mit meinen Barbiepuppen immer Opern nachgespielt habe. ;-) Parsifal“ ist heute noch meine absolute Lieblingsoper.

Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen.

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Specialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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