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Menschen aus meiner Timeline: @NGC6544

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NGC Christian Spließ aka NGC6544 kenne ich seit einer gefühlten Ewigkeit. Konkret seit meinen Anfängen im Social Web und das war 2008. Christians Twitter-Themenspekrum ist breit gefächert und Musik-Tweets sind nur ein Thema von vielen. so erfährt man, dass er in einem Chor singt und Possaune spielt. Mich konfrontiert er schon mal mit dem Hinweis, dass ich mich sputen solle, wenn ich mich noch auf ein Konzert vorbereiten wolle. 

 

Er bloggt über verschiedenste Themen unter Nur mein Standpunkt.

Was er über klassische Musik zu erzählen hat und was er darüber denkt, erfahrt ihr im Folgenden.

Christian, du verwendest als Profilbild bei Twitter das Cover der Zeitschrift torrent und auch dein Twittername ist etwas kryptisch. Was hat es mit beidem auf sich?

Das sieht zwar etwas kryptisch aus, ist es aber eigentlich nicht: Das Torrent-Magazin ist eines meiner Herzblut-Projekte und deswegen ist es seit längerer Zeit mein Avatar bei Twitter. Der Name NGC6544 hat mit den Sternen zu tun. Das ist die Bezeichnung einer Galaxie im Sternbild des Schützen laut des National Galactic Catalogues. Es hat also nichts – wie auch schon gemutmaßt wurde – mit Star Trek zu tun. Eigentlich war der Name nur für ein SF-Blog angelegt worden, das zur Zeit etwas ruht, seufz, und nach und nach wurde es dann zu meiner Marke. Auch wenn es sich zuerst bei Vorstellungen auf Barcamps nicht sofort merken kann.

Welche Beziehung hast du generell zur klassischen Musik? Ist sie eher beruflicher oder privater Natur?

Das ist ja eine sehr trickreiche Frage, da muss ich sowohl als auch sagen. Einerseits habe ich seit meiner Kindheit schon immer Klassik gehört – nicht nur, aber auch – spiele auch seit meiner Grundschulzeit Klavier, war lange Zeit in der Jazz-Combo der Musikschule damals. Gesungen habe ich auch schon immer und tue das auch noch regelmäßig im Kirchenchor meiner jetzigen Gemeinde. Abgesehen mal von C- und F-Flöte und Posaune als weitere Instrumente und ein kleiner Ausflug an die Kirchenorgel.
Beruflich habe ich lange Zeit für die Duisburger Philharmoniker gearbeitet und klar, das macht man nun nicht, wenn man nicht für die Klassik auch im beruflichen Bereich brennen würde. Momentan hab ich allerdings keine Projekte in dem Bereich. Also – sowohl als auch.

Christian Spließ

Christian Spließ

Viel, denn auch wenn die Punkbands das vielleicht nicht gerne hören werden: Ohne das was die klassische Musik als Grund und als Bestand zu bieten hätte gäbe es auch den Punk nicht. Oder den Heavy-Metal. Ohne die Fuge wäre das Gegeneinander von Stimmen in einem Pop-Song eigentlich gar nicht möglich. Ohne die harmonischen Grundlagen gäbe es vieles von dem, was wir heute im Radio hören nicht – Tonika, Subdominante und Dominante reichen natürlich für Punkbands total aus, aber ohne die Kunst der Instrumentierung in der Klassik wüsste man gar nicht was gut oder schlecht miteinander klingt. Klassische Musik ist die Quelle, die immer noch inspirierend ist – und ab und an findet sie ja auch noch ihre Wege in die Popmusik, wenn Emerson Lake and Palmer die Bilder einer Ausstellung neu auflegen. Und nicht zu vergessen: Die Liedform etwa entstammt ja der Klassik. Auch wenn die klassischen Komponisten sich nicht immer mit Strophe, Refrain, Strophe aufgehalten haben. Klassik überrascht halt auch und das schätze ich an ihr.

Welche anderen Musikrichtungen hörst du sonst noch?

Wenn ich mal einen Blick in mein CD-Regal werfe steht da The Best of The Ramones neben den Sieben Todsünden von Kurt Weill, Blind Guardians Night at the Opera teilt sich ein Regal mit David Bowies Ziggy, Leonard Cohen fühlt sich pudelwohl neben Sinead O’Connor, die Broadway-Aufnahme von „Evita“ liegt direkt neben dem Violinkonzert von Berg. Und The Streets hat neben den Maniac Street Preachers ein Zuhause gefunden.
Oder kurz und knapp: Ich höre so ziemlich alles was mir gefällt und mache da keine Genre-Begrenzungen.

Wie und wann hörst du klassische Musik?

Wenn ich intensiv am Rechner arbeiten möchte, wenn ich in der Küche werkle, wenn ich am Sonntagmorgen Zeit habe, um nett zu frühstücken und wenn ich ab und an mal Entspannung brauche weil mich irgendwas nervt.

Gibt es etwas, dass dich total nervt am „klassischen Musikbetrieb“?

Meistens wird ja noch vorausgesetzt, dass, wenn man in ein Konzert geht, man bitteschön mit Frack, Fliege und Galoschen erscheint. Dabei ist der Besuch eines Konzerts ja ein Vergnügen und keine Pflichtveranstaltung – eigentlich – und ich selber muss mich ja dort wohlfühlen können. Im gewissem Rahmen natürlich, aber ich glaube keiner geht in ein Konzert in Bikini oder Badehose. Da wäre ein gewisses Laissez-faire angemessen – oh – und wenn jemand zwischen den Sätzen klatscht finde ich das auch nicht als dramatisch.

Gibt es Werke oder Stilrichtungen, die du dir absolut nicht anhörst? Wenn ja, welche und warum?

Techno. Damit kann man mich jagen. Da ist mir zu viel des Einerlei enthalten. Wobei ich nichts gegen Bässe habe, aber das meiste was unter Techno in den Charts firmiert ist einfach nur langweiliges Plastik.

Wie bist du zur klassischen Musik gekommen?

Durch meine Mutter, die mich immer mal mitnahm wenn sie an der Orgel geübt hat und die auch zu Hause natürlich zumindest am Klavier geübt hat. Das prägt halt.

Kannst du dich noch an deinen ersten Konzertbesuch erinnern? Wie war er?

Ehrlich gesagt: Nein, erinnern kann ich mich nicht daran. Meine Heimatstadt Hamm hat allerdings auch kein eigenes Orchester sondern ist immer auf Gastspiele angewiesen – auch heute noch übrigens – und es gab daher nicht so die Gelegenheit richtige Orchester zu sehen. Dafür waren meine Mutter und ich so oft es ging zu Konzerten in Kirchen, aber mein erstes Konzert – nein, daran erinnere ich mich nicht.

Danke Christian für deine ausführlichen Antworten!

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Beraterin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Seit April 2014 arbeitet sie als PR-Referentin beim Hessischen Rundfunk. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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