Patente Instrumente oder wie die Oboe zu ihrem Namen kam

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Johann Matthias Augustus Stroh (1828-1914)  Strohgeige, London um 1910  Mahagoni, Ebenholz, Aluminium  Foto: Roman Raacke

Johann Matthias Augustus Stroh (1828-1914), Strohgeige,
London um 1910, Mahagoni, Ebenholz, Aluminium
Foto: Roman Raacke

Mit der Ausstellung „Patente Instrumente“ entführt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg die Besucher in die Instrumenten- und Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Ungewöhnliche Instrumente

In 16 Kapiteln erzählen rund 100 ungewöhnliche Instrumente aus der Sammlung Wolfgang Hanneforths davon, wie Geigenbauer, Ingenieure, Erfinder, Musiker, Uhrmacher, Goldschmiede und andere experimentierfreudige Handwerker Musikinstrumente als technisch-wissenschaftliche Objekte begriffen. Sie tüftelten, forschten, experimentierten und machten sich die neuesten technischen und physikalischen Erkenntnisse der jungen Wissenschaften zunutze, um nach dem perfekten Klang zu suchen.

Tüfteln und Experimentieren

MKG_Patente_Instrumente_Stumme Geige

unsigniert, Stumme Geige, vermutlich Deutschland spätes 19. Jh.,
Ahorn, Ebenholz
Foto: Roman Raacke

Die Ergebnisse dieses Tüftelns und Experimentierens werden in der Ausstellung gezeigt. Dazu zählen etwa technisch außergewöhnliche und in ihrer Konstruktion innovative Streich- und Holzblasinstrumente. Zu den herausragenden Stücken der Ausstellung zählen die für frühe Tonaufnahmen von dem Ingenieur Johann Matthias Augustus Stroh entwickelten „Strohgeigen“ mit einem schallverstärkenden Metalltrichter oder Violinen mit außergewöhnlichen Korpusformen, wie die von François Chanot entworfene Violine mit gitarrenähnlichem Klangkörper. Zu sehen sind auch seltene Tanzmeister- oder Taschengeigen (Pochettes) sowie verschiedene Stumme Geigen und Miniaturinstrumente.

Ganz nebenbei werden auch Fragen wie „Hat die Stradivari keine Konkurrenz?“, „Was ist eigentlich eine Schnabelflöte?“, „Wie kam die Oboe zu ihrem Namen und die Querflöte zu ihren Klappen?“ oder „Seit wann darf auch die Dame Flöte spielen?“ beantwortet.

App und Audioguide

Zur Ausstellung, die noch bis Mai 2014 zu sehen ist, wurde ein Audioguide entwickelt, der auch als iPhone-App zur Verfügung steht (hier geht’s zum Download). In 42 Audiotracks mit Hörproben der historischen Instrumente, Filme mit Menuett- und Tangotänzen und zwei Hörfeatures lassen die Musikinstrumente, ihren Gebrauch und ihre Zeit lebendig werden.

Klingt für mich nach einer interessanten Ausstellung.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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