Schluss. Aus. Vorbei.

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Wo alles begann: Tweetup beim hr-Sinfonierorchester | Foto: Laura Rodriguez/hr

Wo alles begann: KultUp beim hr-Sinfonieorchester | Foto: Laura Rodriguez/hr

Am vergangenen Samstag (20. Juni 2015) wurde zum letzten Mal „Das etwas andere Interview – Orchestrasfan fragt Orchestrasvoice“ in der Sendung „Treffpunkt hr-Sinfonieorchester“ in hr2-kultur ausgestrahlt.

Ein Blick zurück

Als ich im Oktober 2012 Christoph Werkhausen anrief und ihn schüchtern fragte, ob er sich vorstellen könne, dass ich ihm in seiner Sendung „Treffpunkt hr-Sinfonieorchester“ Fragen zur klassischen Musik und zum hr-Sinfonieorchester stellen dürfe, war die Antwort: „Schicken Sie mir mal eine paar Fragen zu.“ Gesagt, getan – am nächsten Tag erhielt er gleich mehrere Fragenkataloge, die sich rund ums hr-Sinfonieorchester und die klassische Musik drehten.*

Das weiß ich nicht

Die Fragen hielten seinem kritischen Blick stand, und so gingen wir am 2. Dezember 2012 erstmals auf Sendung. Seither haben wir immer am ersten Samstag, seit Anfang 2015 am dritten Samstag, im Monat „Das etwas andere Interview – Orchestrasfan fragt Orchestrasvoice“ gemacht. 28 Mal habe ich seither Christoph Werkhausen, der sich bei Twitter Orchestrasvoice nennt, Fragen zum hr-Sinfonieorchester gestellt. Geduldig hat er mir Monat für Monat Auskunft auf meine Fragen gegeben. Manchmal fragte er bei den Musikern oder dem Management nach, „stöhnte“ bei anderen Fragen oder sagt einfach: „Das weiß ich nicht“ – um dann aber doch immer noch eine Antwort parat zu haben. Es kam auch vor, dass ich die Antworten, die ich von ihm hören wollte, bereits im Kopf hatte und war dann völlig irritiert, als er etwas vollkommen anderes sagte. Ich erinnere mich noch an das Interview zu „Musikinstrumenten“. Eine Idee, die durch ein Gespräch mit einem WDR-Orchestermusiker entstanden war. Ich dachte einfach „so wie es in Köln ist muss es auch hier sein“. Weit gefehlt! Christoph Werkhausens Antwort war vollkommen anders, und ich wurde auf meinem Stühlchen immer kleiner.

Wie die Fragen entstanden

Wie kam ich überhaupt zu den Fragen? Ganz unterschiedlich: Mal waren es Gespräche mit Musikern, mal durchforstete ich das Internet, dann las ich etwas, das mich neugierig machte, oder es waren schlichtweg Konzertbesuche. Die Fragen zum allerersten Interview etwa entwickelten sich, als ich unseren Solo-Hornisten Samuel Seidenberg inmitten des London Symphony Orchestra sitzen sah. Fragen zur Ausleihe von Musikern lagen da natürlich nahe. Grundsätzlich mochte ich kein Fragen-Potpourri. Ich überlegte mir, mit einer Ausnahme, immer einen Fragenkatalog zu einem bestimmten Thema: Gast- und Chefdirigenten, Artist in Residence, Kammermusikensembles, Sitzordnung oder Solo-Musiker u.v.m. Apropos Solo-Musiker. Unvergesslich bleibt mir die Antwort auf meine Frage, wie denn festgelegt ist, ob jemand erste oder zweite Trompete spielt. Christoph Werkhausen schaute mich erst mit großen Augen an, weil für ihn ganz klar war, dass dies im Anstellungsvertrag steht. Etwas, was mir überhaupt nicht klar war.

Schluss. Aus. Vorbei.

Doch nun heißt es Schluss. Aus. Vorbei. Nicht etwa weil der Sender nicht mehr wollte oder die Hörerinnen und Hörer, sondern weil mir einfach die Fragen ausgegangen sind. In jüngster Zeit wurde es für mich immer schwieriger, neue Fragen zu finden. Als ich Christoph Werkhausen meine Entscheidung mitteilte, war seine Antwort: „Schade, ich habe durch deine Fragen immer was gelernt.“ – Ein schönes Kompliment, finde ich.

Danke Christoph, dass ich von dir so viel lernen durfte! Es hat mir immer wahnsinnig viel Spaß gemacht und du hast wesentlich dazu beigetragen, dass ich ein großer Fan des hr-Sinfonieorchesters wurde.

 

*Kennengelernt hatten wir uns bei einem KultUp (eine Sonderform eines Tweetup) im Rahmen einer öffentlichen Probe des hr-Sinfonieorchesters, die er moderierte. Siehe auch: Das Märchen von KultUp und dem hr-Sinfonieorchester. Nach dem Twitter-Event durfte ich in seiner Sendung über den KultUp berichten.

PS: Auf dem Blog Dolle Daten von Christoph Werkhausen können alle Interviews angehört werden. Aus meinem Blog greift die „12-Monats-Depublizierungs-Regel“ und insofern können nur die jüngsten Interviews angehört werden.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Beraterin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Seit April 2014 arbeitet sie als PR-Referentin beim Hessischen Rundfunk. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

3 Kommentare

  1. Oh, wie schade! Ich habe euren etwas anderen Interviews immer sehr gerne zugehört. Vielen Dank dir und Christoph für die informativen und »schönen Stunden«, die auf diesem Wege zusammengekommen sind und für die Recherche-Arbeit, die ihr in die Interviews gesteckt habt! Liebe Grüße von Birgit

  2. „Gefällt mir“ ist hier wohl nicht angebracht. Schade eigentlich. Aber vielleicht gibt es ja bald etwas Neues?!
    LG Petra

  3. Liebe Petra,

    noch ist nichts geplant. Aber wer weiß, falls uns was einfällt, gibt es uns wieder.

    Liebe Grüße,
    Ulrike

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