Side by Side: Nachwuchs trifft Profis

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hr-Sinfonieorchester | Foto: hr/Benjamin Knabe

„In gemessenem Schritt. Streng. Wie ein Kondukt.“, ist Gustav Mahlers 5. Sinfonie überschrieben. Sie ist eine meiner liebsten Sinfonien von Mahler. Der erste Satz beginnt mit einer eindringlichen Trompetenfanfare, die das Orchester aufgreift und in düsterer Stimmung fortführt.

Ernst Ferdinand Oehme, Prozession im Nebel, 1828. © Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Prozession im Nebel

Vor einigen Jahren hatte ich im Städel Museum das Gemälde „Prozession im Nebel“ von Ernst Ferdinand Oehme gesehen. Seither hab ich beim Hören der Musik immer das Gemälde im Hinterkopf: Ein gemessen schreitender Zug hier wie da. Der Trauerzug in der Musik, im Gemälde die Prozession. So wie der bewegende Trauermarsch in immer leiser werdender Wiederholung der Fanfare im dreifachen piano endet – die Musik in sich zusammenfällt – so entschwindet bei Oehme die Prozession im Nebel. Meinem Empfinden nach setzt sich der Trauermarsch mit dem Streichereinsatz in gemessenem Schritt in Bewegung. Die Stimmung ist dunkel, bedrohlich, düster.

Side by Side

Am Sonntagabend (15. April) spielt das hr-Sinfonieorchester dieses Werk gemeinsam mit dem Landesjugendsinfonieorchester (LJSO) Hessen – Side by Side unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada in der Alten Oper Frankfurt.

Schon lange unterstützt das hr-Sinfonieorchester die Arbeit des Jugendorchesters durch eine Patenschaft. Musikerinnen und Musiker aus den Reihen des hr-Orchesters engagieren sich dabei als Dozenten, die in den Probenphasen des LJSO Hessen ihr Wissen und ihre Erfahrung an die jungen Orchestermusiker weitergeben.

Das gemeinsame Konzertprojekt ist ein weiterer Schritt in der Zusammenarbeit. Denn Seite an Seite an den Pulten vereint, werden die jungen Orchestermusiker und -musikerinnen mit den Orchester-Profis dieses expressive Werk des Spätromantikers Gustav Mahler erarbeiten und gemeinsam zur Aufführung bringen. Die Proben haben bereits Ende März in Wetzlar begonnen und werden am Sonntag in Frankfurt ihren Abschluss finden.

Im Landesjugendsinfonieorchester Hessen formiert sich die „Crème de la Crème“ des hessischen musikalischen Nachwuchses. Die gemeinsame Orchesterarbeit bedeutet eine enorme Motivation für die künstlerische Entwicklung der Jugendlichen und fördert nachhaltig den professionellen Musikernachwuchs.

Wer Lust bekommen hat, das Konzert zu hören, hier geht’s zur Kartenbestellung.

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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