Vorgestellt: Susanne Hehenberger

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Susanne Hehenberger Foto:  Johann Ratzenböck

Susanne Hehenberger Foto: Johann Ratzenböck

Welche Beziehung haben Sie zu Ihrem Instrument?

Meine Geige ist schon fast wie ein Kind, ich fühle mich leer und es fehlt etwas, wenn ich ohne sie unterwegs bin. Sie ist aber auch eine sehr empfindliche Dame, die man hegen und pflegen muss, weil sie zum Beispiel kalte Kirchen nicht besonders mag. Nach einer Messe oder einem Kirchenkonzert kann sie ziemlich zickig sein und braucht besondere Zuwendung, um versöhnt zu werden und ihren schönen, warmen Klang wieder hervor zu bringen.

Welche Erinnerung haben Sie an Ihr Probespiel bei Sinfonietta da Camera Salzburg?

Für die Sinfonietta da Camera Salzburg direkt brauchte ich kein Probespiel zu absolvieren, das habe ich davor schon im Rahmen einer China-Tournee gemacht, für die ich als Konzertmeisterin engagiert worden war. Im Programm waren einige Konzertmeistersoli zu spielen. Aus diesem Projektorchester entstand die Sinfonietta da Camera Salzburg. Das war im Jahr 2002.

Wo üben Sie am liebsten?

Am liebsten übe ich in meinem Unterrichtszimmer (ich unterrichte an der Musiklehrervereinigung Laufen), da ich dort am ehesten ungestört bleibe, keine Ablenkung da ist und ich auch sonst niemanden störe.

Welches war Ihr schönstes Konzerterlebnis?

Das ist wirklich sehr schwer zu beantworten, da ich sehr viele wunderbare Konzerte erlebt habe. Hervorheben kann ich aber doch ein Konzert im Rahmen des „Salzkammergut Mozartfestival“ (seit 2013 „HallstattClassics“) in der evangelischen Kirche von Bad Goisern, als Mahlers Vierte Symphonie auf dem Programm stand. Einerseits die Herausforderung, mit um einen Ton höher gestimmter Violine die Soli zu spielen und schnell wieder auf die „normal“ gestimmte Violine zu wechseln. Andererseits der letzte Satz mit Sopransolo (Der Himmel hängt voll Geigen oder „Das himmlische Leben“ aus „Des Knaben Wunderhorn) mit der hervorragenden Solistin Bibiana Nwobilo.

Da wir meistens in kleinerer Besetzung spielen, war es ein besonderes Erlebnis, wieder einmal ein relativ großes Orchester anzuführen und zu spüren, wie unsere Spielfreude den Funken auf das Publikum überspringen ließ und dieses begeisterte.

Haben Sie ein persönliches Ritual vor einem Auftritt? Verraten Sie es?

Nein, kein besonderes Ritual, nur bestimmte Einspielübungen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was wäre das in musikalischer Hinsicht?

Tatsächlich würde ich sehr gerne in London spielen. Die Royal Albert Hall als Konzertstätte der Proms hat eine ganz besondere Atmosphäre.

Ich war schon früh fasziniert von der Academy of St. Martin in the Fields und als ich „deren“ Kirche als Jugendliche mit meiner Klasse besuchte, erwachte der Wunsch in mir, einmal in London, DER Metropole, auftreten zu dürfen.

Susanne Hehenberger im Social Web: Google+, Twitter: @Hehsu.

Wer mir ebenfalls meine Fragen beantworten möchte, eine Mail genügt und ich schicke die Fragen zu.

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

2 Kommentare

  1. Ich finde es eine tolle Idee, auch mal Musiker vorzustellen, die nicht so sehr im vorderen Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen.

  2. Lieber Herr Hirsch,
    freut mich zu hören, dass die Idee ankommt.
    Von wenigen Ausnahmen – wie Susanne – abgesehen, will ich auch keine Solomusiker vorstellen. Solomusiker stehen ja doch noch eher im Rampenlicht als die übrigen Orchestermusiker.

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