Komplex und sperrig

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Perspektivenwechsel beim Konzert des hr-Sinfonieorchesters in der Alten Oper

Perspektivenwechsel beim Konzert des hr-Sinfonieorchesters in der Alten Oper

Für sein Abschiedskonzert als Chefdirigent beim hr-Sinfonieorchester wollte Paavo Järvi uns noch mal etwas Außergewöhnliches bieten. Somit  stand im Abonnementkonzert vergangene Woche (13. und 14. Juni) in der Alten Oper Frankfurt die Turangalîla-Sinfonie von Oliver Messiaen auf dem Programm. Sie umfasst zehn Sätze und erfordert neben einer großen Orchesterbesetzung auch zwei Solo-Instrumente: Klavier, gespielt von Stewart Goodyear und die Ondes Martenot, ein monophones elektronisches Musikinstrument, gespielt von Cynthia Millar. In einem Interview wurde Järvi mit den Worten zitiert, dass er sich mit einem Werk verabschieden wolle, dass ein Statement setzt und wo man nicht erwartet, dass die Menschen in die Alte Oper strömen. Ein Statement war es auf alle Fälle.

Konzert-Couch-Gast Björn Habegger

Konzert-Couch-Gast Björn Habegger

Ich habe das Konzert zum Anlass genommen, wieder zur Konzert-Couch einzuladen. Mit Björn Habegger saß dieses Mal ein völlig unbeleckter in punkto klassischer Musik auf der Couch. Wie es ihm gefallen hat, ist dann demnächst auf seinem Blog nachzulesen.

Trotz Konzerteinführung und Interview mit Paavo Järvi, in dem er erläutert, was die Sinfonie zu so etwas Besonderem macht, und das ich mir im Vorfeld angehört hatte, hat sich mir das Werk nicht erschlossen. Es war mir einfach zu unmelodisch, zu anstrengend, zu sperrig. Ich glaube im fünften oder sechsten Satz dachte ich nur noch „lass es vorbei sein“. Das war auch der Punkt, wo ich mal ganz vorsichtig zu meiner Begleitung geschielt und fast schon ein schlechtes Gewissen bekommen habe, weil ich ihm ausgerechnet dieses Konzert vorgeschlagen hatte.

Genial war der Sitzplatz auf der seitlichen Empore, der einen einmaligen Blick auf Dirigent und Musiker ermöglichte. V. a. die Schlagzeuger (immerhin 10!) und ihr Tun hatte ich gut im Blick. War schon interessant, dieser Perspektivenwechsel – so nah dran zu sein, ist ja sonst nur in den Aufzeichnungen möglich. Das Miteinander der Musiker untereinander und mit dem Dirigent aus allernächster Nähe zu beobachten war schon spannend.

Als Fan höre ich mir ja Vieles an, liebes hr-Sinfonieorchester, und ihr habt toll gespielt, ich bin allerdings ganz froh, dass ich euch nächste Woche dann doch wieder mit einer spätromantischen Sinfonie beim Rheingau Musik Festival hören werde.

Ein besonderes Konzerterlebnis war dieser Abend allemahl zumal sich Paavo Järvi mit diesem Konzert von seinem Frankfurter Abonnementpublikum verabschiedet hat. Muss ich überhaupt erwähnen, dass es für ihn Standing Ovations gab?

Wer mag, kann sich übrigens das Konzert bei ARTELiveWeb ansehen.

Nachtrag: Konzertcouch – Der Autoblogger im Konzertsaal, der Konzertbericht von Björn Habegger

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Specialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht eines Laien. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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