Böhmische Landschaftsbilder

| 4 Kommentare

Frankfurter Opern- und Museumsorchester | Foto: Babara Aumüller

Frankfurter Opern- und Museumsorchester | Foto: Babara Aumüller

In der vergangenen Woche (7. April 2014) war ich zum ersten Mal als Orchestrasfan bei einem Konzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Zu diesem Konzert hatte ich erneut einen Gast auf die Konzert-Couch eingeladen. „Querbeet-Bloggerin“ Antje Blume-Grabow aka Green Pink Orange nahm auf der Couch Platz und schien sich sichtlich wohlzufühlen. Kein Wunder! Wurde doch ihr im Konzert-Couch-Steckbrief formulierter Wunsch nach Getränken am Platz erfüllt – fast. Aber dazu später mehr.

Konzert-Couch-Gast Antje Blume-Grabow

Konzert-Couch-Gast Antje Blume-Grabow

Programm

Auf dem Programm stand die Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90 von Johannes Brahms sowie die Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 von Antonín Dvořák. Die Kombination Dvořák und Brahms scheint beliebt zu sein. Sie ist mir schon öfter begegnet, erst unlängst bei einem Konzert des hr-Sinfonieorchesters. Am Pult des Museumsorchesters stand dessen GMD Sebastian Weigle anstelle des vorgesehenen Neeme Järvi.

Konzerteinführung

Auch bei diesem Konzert gab es eine Konzerteinführung, die „vor dem museum“ hieß und im Gegensatz zu den Einführungen beim hr-Sinfonieorchester von „nur“ einer Person – Klaus Peter Bauer – dafür aber mit Keyboard bestritten wurde. Es war Einführungsvortragin dieser Einführung, als Bauer ein Fläschchen Wein aufmachte. Der Grund: Weingutsbesitzer Rudolf von Beckerath aus Rüdesheim lud Brahms auf sein Weingut ein und Brahms nahm an einer Weinprobe teil, deren kostbarster Tropfen ein Rauenthaler Fünfundsechziger war. Der Hausherr kommentierte den Wein mit den Worten: „Was Brahms unter den Komponisten, das ist dieser Fünfundsechziger unter den Rheinweinen!“ Brahms erwiderte: „Dann geben Sie uns doch mal ’ne Flasche von dem alten Bach!“

Brahms komponierte die 3. Sinfonie im Sommer 1873 in Wiesbaden. Elf Jahre später wurde sie „zum ersten Male und unter der Leitung des Componisten“ vom Museumsorchester in Frankfurt aufgeführt. Auch Dvořáks 8. Sinfonie wurde in Frankfurt „zum ersten Male und unter persönlicher Leitung des Componisten“ in einem Museumskonzert aufgeführt.

Exkurs

Der etwas ungewöhnliche Name Frankfurter Opern- und Museumsorchester entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Als bürgerliches Orchester für die Frankfurter Oper wurde es zu jener Zeit gegründet. Gleichzeitig war es das Konzertorchester des im Jahre 1808 gegründeten „Frankfurter Museums“, ein Zusammenschluss kultur- und kunstinteressierter Frankfurter Bürger.

Heiter-beschwingt

Wie so oft, springt bei mir meist nur bei einem Werk der Funke über. An diesem Abend ist es Dvořáks Sinfonie. Die Achte ist eine fröhliche, heiter-beschwingte Sinfonie. Dvořák habe sich von der böhmischen Landschaft inspirieren lassen, heißt es in der Literatur und entsprechende Stimmungsbilder sind auch vor meinem geistigen Auge aufgezogen.

Ein schöner und kurzweiliger Abend, und das nicht zuletzt wegen meiner netten Begleitung Antje.

Wie es Antje im Konzert gefallen hat, erfahrt ihr in Kürze auf ihrem Blog Green Pink Orange.

 

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

4 Kommentare

  1. Pingback: Green Pink Orange | Where I met… Orchestrasfan.de im Konzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters

  2. Einführende Vorträge, Rindswurst und Co.
    Hört sich sehr gut an. Ich war just einen Tag vorher in der Alten Oper und habe Verdis Totenmesse gelauscht. Ein einziger Hochgenuss. Fast schon zu viel, fast schon zu schön…

    Ich bin froh, dass wir die Alte Oper haben und regelmäßig so hochkarätige Konzerte haben.

    Herzliche Grüße aus der Nachbarschaft
    Anna

    http://stil-box.net/

  3. Hallo Anna,
    ja mit „unserer“ Alten Oper und den Orchestern, die dort auftreten, haben wir ganz schon Glück.
    Vielleicht sehen wir uns ja mal bei einem Konzert. Würde mich freuen.
    Herzliche Grüße zurück,
    Ulrike

  4. Liebe Ulrike,

    das klingt prima. Würde mich ebenfalls freuen!

    Herzliche Grüße
    Anna

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.