Ein Ständchen für den Dirigenten

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Orquestra de Cadaques Foto Judith Kissel

Das Orquestra de Cadaques und Sir Neville Marriner in der Alten Oper | Foto: Pro Arte/Judith Kissel

Spanien trifft auf Italien. So kann man auch das Konzertprogramm vom vergangenen Mittwoch (14. Mai 2014) bezeichnen. Zu dem von der Frankfurter PRO-ARTE-Konzertdirektion organisierten Konzert hatte ich erneut auf die Konzert-Couch eingeladen. Platz genommen hat Nicole Lücking, die vorab schon mal Probe gesessen hat.

Probe sitzen  | Scribble: Nicole Lücking

Probe sitzen | Scribble: Nicole Lücking

Programm

Unter der Leitung von Sir Neville Marriner standen die Carmen-Suite von Georges Bizet (Neuzusammenstellung von Miquel Ortega), das Stück Catalonia für Kammerorchester von Isaac Albéniz sowie Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert Nr. 2 d-Moll op. 40 und die „Italienische Sinfonie“ A-Dur op. 90 auf dem Programm. Es spielte das Orquestra de Cadaqués, Solist des Abends war Martin Stadtfeld.

Kopfkino bei den „Spaniern“

Hatte ich kürzlich noch die Oper Carmen im Orchestergraben des Dortmunder Theaters erlebt, war es jetzt die Konzertfassung. Nicht nur aufgrund des Opernerlebnisses, aber auch deshalb, zogen vor meinem geistigen Auge spanische Landschaftsbilder vorbei. Bewirkt haben dies die Flamenco-Anklänge, das Kastagnetten-Geklapper sowie der „spanische“ Rhythmus und die Melodik. Selbiges gilt auch für Albéniz‘ Catalonia. Im Gegensatz zu Albéniz, der ja Spanier war, hat Bizet jedoch nie spanischen Boden betreten; und dennoch zählt seine Carmen wohl zum Inbegriff spanischer Musik.

Gelassenheit bei Mendelssohn

Ich muss gestehen, dass mich weder das Klavierkonzert noch die Sinfonie von Mendelssohn so richtig gepackt haben, und das, obwohl beide Werke wundervoll gespielt wurden.

Selfie von Konzert-Couch Gast Nicole Lücking

Selfie von Konzert-Couch-Gast Nicole Lücking

Programmgestaltung

Die Programmzusammenstellung erschließt sich mir ja nicht immer. Bis auf Mendelssohn Bartholdys Reiselust, die ihn allerdings nicht bis nach Spanien führte, ihn jedoch zur Italienischen inspiriert hat, konnte ich keinen Zusammenhang erkennen, und auch das Programmheft lieferte mir keinen Hinweis darauf.

Da die gespielten Werke, mit Ausnahme von Catalonia, in meiner Wahrnehmung nicht so selten auf dem Konzertkalender stehen, habe ich mir während des Konzerts die Frage gestellt, wie das Konzertpublikum, das diese Werke sicherlich auch nicht zum ersten Mal gehört hat, sie wohl aufnimmt. Fühlt es sich „wohl und aufgehoben“, weil es Altbekanntes hört? Hört es die Nuancierungen, die einzelnen spezifischen Interpretationen, abhängig von Orchester und Dirigent? Fragen über Fragen wieder einmal …

Zum Abschluss ein Ständchen

Am Ende gab es für den Dirigenten, der vor wenigen Wochen seinen 90. Geburtstag feierte, von Publikum und Orchester noch ein Ständchen. Dirigieren hält anscheinend jung. Sir Neville Marriner wirkte noch sehr agil und fit.

Treffpunkt Konzert-Couch | Scribble: Nicole Lücking

Treffpunkt Konzert-Couch | Scribble: Nicole Lücking

After-Konzert

Nach dem Konzert haben Nicole und ich uns länger über das Konzert unterhalten und uns gefragt, weshalb der Funke nicht überspringen wollte. Eine Antwort haben wir nicht gefunden, aber uns immerhin mit dem Gehörten intensiver auseinandergesetzt. So soll’s ja auch sein: Klassische Musik verbindet und wird zum Gesprächsmittelpunkt.

Danke an die PRO ARTE Frankfurter Konzertdirektion für die beiden Karten zum Konzert. Es war ein rundum gelungener und sehr kurzweiliger Abend mit Nicole! (Konzertbesuch-)Wiederholung nicht ausgeschlossen …

Wie es Nicole gefallen hat, steht hier zum Nachlesen.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

2 Kommentare

  1. Ja, es war schön! Und vielen Dank für die Einladung.

  2. Pingback: photostrolling | to w[o]ander about photography

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