Fliegende Untertassen

| Keine Kommentare

Dirigent des Abends war Lucas Vis ӏ Foto: Annette Ackermann

Dirigent des Abends war Lucas Vis ӏ Foto: Annette Ackermann

Das Konzert des hr-Sinfonieorchesters am vergangenen Freitag (26. April 2013) im hr-Sendesaal war in zweierlei Hinsicht etwas Besonderes. Zum einen war es ein Konzert aus der Reihe Forum Neue Musik und  zum anderen das erste im Rahmen meiner Konzert-Couch-Aktion.

Wie in den „Teilnahmebedingungen“ beschrieben, schreibt jede Konzertbegleitung im eigenen Blog, wie er/sie das Konzert empfunden hat. Den

Robert Basic

Robert Basic

Anfang auf der Couch machte Robert Basic und wie er es fand, ist demnächst auf seinem Blog basic nachzulesen. Im Konzert-Couch-Steckbrief bekommt man schon eine Vorahnung, wie er es fand. Ich für meinen Teil fand ihn als Begleiter höchst interessant, schon deshalb, weil er mich mit Fragen konfrontierte, die ich mir so nicht unbedingt stelle.

 Programm
Auf dem Programm standen  Avo Pärt, Nekrolog für Orchester op. 5, Louis Andriessen, Anachronie I für Orchester, György Ligeti, Apparitions sowie die Uraufführung KlangWerk11 für Orchester von Erhard Großkopf. Die Leitung des Konzerts hatte der niederländische Dirigent Lucas Vis.

Konzerteinführung
Mehr noch als bei anderen Konzerten fand ich die Konzerteinführung, die beim hr-Sinfonieorchester angeboten werden, äußerst hilfreich, um die Neue Musik besser zu verstehen. Am Freitag führte das Gespräch dann auch der Experte für Neue Musik beim hr, Stefan Fricke, der sich mit dem Komponisten Erhard Großkopf und Lukas Vis unterhielt. Ich mag diese Form der Konzerteinführungen in Form eines Gesprächs zwischen Experten, weil  sie unterhaltsamer und damit für mich einprägsamer sind, als die monologischen Vorträge, wie ich sie andernorts schon erlebt habe. Die Annäherung an die Werke fällt etwas leichter, zumal man auf bestimmte Aspekte innerhalb der einzelnen Werke hingewiesen wird. Das führt bei mir dazu, dass ich dann konzentrierter zuhöre. Gewöhnungsbedürftig bleibt die Neue Musik dennoch.

Fragen über Fragen
Ich hab mich ja während des Konzerts, v. a. bei der Uraufführung, häufig gefragt, wie es wohl für die Musiker ist,  Werke der Neuen Musik  zu spielen. Das muss doch ganz schön anstrengend sein, so „abgehackt“, so ohne melodischen Fluss zu spielen. Ob das den Musikern Spaß macht?

Immer wieder faszinierend finde ich es ja, wie Instrumente und Gegenstände auch mal anders genutzt werden als üblich. Da wird zur Klangerzeugeung schon mal aufs Mudstück des Horn geschlagen oder ein Stapel Porzellan fallen gelassen.

Es fällt mir extrem schwer das Gehörte in Worte zu fassen. Ich mochte die ersten drei Stücke durchaus leiden, vor allem Andriessens Werk. Das lag vermutlich daran, dass Andriessen aus Werken anderer Kompositionen „wörtlich“ oder auch frei zitiert. Die Bandbreite der Imitationen reicht von Boulez bis hin zu französischen Filmmusiken der Fünfzigerjahre. Genau diese „Zitate“, die für mich unvermitteln kamen, gefielen mir an diesem Werk. (Das nur neunminütige Werk gibt’s auch bei YouTube)

Nach der Pause gab’s dann die Uraufführung. Puh, das war ja so gar nicht meins … Ich  fand das Werk ziemlich langweilig und eintönig (ging meinem Begleiter übrigens genauso), da war für mich so gar keine Entwicklung zu hören.

Dennoch – ich komme wieder, wenn beim hr-Sinfonieorchester in der nächsten Saison erneut Neue Musik auf dem Programm steht. Und wenn Robert noch mal einen Konzertsaal von innen sieht, würde mich das freuen. Dann wäre das Konzert-Couch-Ziel erreicht.

Wer sich das Konzert anhören möchte, hat am 7. Mai 2013 ab 20.05 Uhr Gelegenheit  dazu. hr2 kultur überträgt den Mitschnitt des Konzerts.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.