Bergauf, bergab

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Bergauf, bergab ging es im übertragen Sinne beim Konzert des Netherlands Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Marc Albrecht im Pro-Arte-Konzert in der Alten Oper vergangene Woche.

Auf dem Programm stand zunächst das Violinkonzert D-Dur opus 61 von Ludwig van Beethoven mit Renauld Capucon als Solist. Mein persönliches Highlight gab es in der zweiten Hälfte: Richard Strauss‘ Alpensinfonie. In dieser sinfonischen Dichtung wird die Besteigung eines Alpengipfels und die Rückkehr ins Tal während eines Tages in „22 Bildern“ musikalisch beschrieben: Beginnend in der späten Nacht über Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nimmt die Musik einen mit durch den Wald, entlang des Baches, vorbei am Wasserfall und blumigen Wiesen (Kuhglocken inklusive), sie führt durch Dickicht und Gestrüpp, durch Gewitter und Sturm …

Sinnlich erfahrbar

Lässt man sich darauf ein, kann man sich die einzelnen „Szenen“ lebhaft vorstellen – mir ist es auf jeden Fall gelungen. Fließende Übergängen von den dumpfen, tiefen Tönen der Blech- und Holzbläser stellvertretend für die Nacht, die dann abgelöst werden vom Glockenschlag und Oboen, die den Sonnenaufgang einläuten kennzeichnen das Werk. Weiter ging es durch den Tag mit Windmaschinen und Kuhglocken – und so reihte sich ein Bild ans nächste.

Wer dieses Blog schon länger liest oder mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich (derzeit) von zwei Dingen angefixt bin: Große Orchesterbesetzungen und die Orchesteraufstellung als solche.

Insofern war ich natürlich höchst erfreut zu sehen und zu hören, dass Marc Albrecht für beide Werke die deutsche Orchesteraufstellung gewählt hatte und mir insofern die Verschmelzung des (Violinen-)Klangs von der „gesamten Breitseite“ vergönnt war.

Was die große Orchesterbesetzung angeht, bin ich ja von Mahler einiges gewohnt, und Richard Strauss Alpensinfonie steht ihm in Nichts nach. Um mal ein paar Beispiele zu geben, was der Komponist als Besetzung vorgeschrieben hatte: Mindestens 18 erste Geigen, 16 zweite Geigen, 12 Bratschen etc. Bei den Blechbläsern u. a. 4 Tenortuben, 2 Basstuben, 4 Hörner. Dazu „hinter der Szene“ weitere 12 Hörner, 2 Trompeten, 2 Posaunen. Kommt ganz schön viel Blech zusammen – und es war ein Genuss, in jeder Hinsicht.

Wer Lust bekommen hat, mal in die Alpensinfonie reinzuhören, hat hier Gelegenheit dazu.

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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