Menschen aus meiner Timeline: @pyrolim

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Susanne Peyronnet

Susanne Peyronnet

Als ich im Sommer die Aktion „Fragen erwünscht fürs Etwas andere Interview“ initiierte, war Susanne Peyronnet aka Pyrolim davon so begeistert, dass sie mir nicht nur eine Frage mit auf den Weg gab, sondern die Aktion auch in ihrem Blog ankündigte. Seither sind wir auf Twitter miteinander verbandelt.

Susanne bloggt unter Pyrolirium  u. a. über die Themen Reisen, Lesen, Fotografie und Musik.

Was sie über klassische Musik zu erzählen hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Susanne, du nennst dich bei Twitter @pyrolim. Wieso und weshalb dieser Name?

Das ist eine lange Geschichte. Meinem früheren Chef war mein Nachname zu kompliziert, er hat ihn immer zu „Pyro” abgekürzt. Das hat mir gut gefallen, und ich wollte diese Kurzform gerne für Mails und meinen Blog haben. Der Name war aber schon vergeben. Also habe ich ein -lim für Limoges, die Heimatstadt meines französischen Mari, angehängt. So ist pyrolim entstanden, und ich verwende diesen Namen jetzt überall im Netz.

Welche Beziehung hast du generell zur klassischen Musik? Ist sie eher beruflicher oder privater Natur?

Sie sollte ursprünglich beruflicher Natur sein, mit 18 wollte ich Sängerin werden. Ich habe zwei Jahre lang eine klassische Gesangsausbildung gemacht, bin dann aber an meiner damals mehr als schmächtigen Figur gescheitert. Ich habe es leider nicht geschafft, die Bauchmuskeln so stark anzuspannen, dass im Liegen ein VW hätte darüberfahren können, wie meine Gesangslehrerin immer gefordert hat. Also habe ich den Plan aufgegeben. Heute genieße ich Musik in jeder Form privat, als Ausführende im Kirchenchor, als Hobby-Querflötistin und hörend. Aber nur Hardcore-Klassik, mit Kammermusik und den kleinen Formen kann ich nur wenig anfangen. Für mich muss es immer mindestens ein Streicherorchester sein, am liebsten aber noch mit vollem Bläsereinsatz dazu. Ich mag klassische Musik dann besonders gern, wenn sie rauscht, braust und richtig rockt.

Susanne Peyronnet | Foto: Hannes Lintschnig

Susanne Peyronnet | Foto: Hannes Lintschnig

Was bedeutet dir klassische Musik?

Entspannung, gute Laune, Gefühl, je nach Stimmungslage. Nichts rührt so sehr die Seele an wie klassische Musik. Barock zum Bügeln, Romantik zum Rumlümmeln auf dem Sofa und große Oper beim Autofahren, so in etwa.

Welche anderen Musikrichtungen hörst du sonst noch?

Von meinem beiden großen Afrikareisen habe ich die Begeisterung für Makossa und Bikutsi, die beiden Haupt-Stilrichtungen der Musik Kameruns, und für den ghanaischen Highlife mitgebracht. Außerdem bin ich ein großer Fan von Youssou N’Dour. Schließlich mag ich französische Chansons und die herrlich morbiden Texte und die dazugehörige Musik der Wiener Chansoniers, etwa „Es lebe der Zentralfriedhof“ von Wolfram Abmros. Wer den Text mal lesen möchte, hier steht der Songtext.

Wie und wann hörst du klassische Musik?

Im Auto, wenn man wieder das Hörbuch ausgehört ist und sonst über MP3-Player beim Spazieren gehen, beim Bügeln, beim Lesen auf dem Sofa oder immer wenn ich Lust habe. Am liebsten gehe ich aber in Konzerte, meistens zu großen kirchenmusikalischen Aufführungen.

Gibt es etwas, dass dich total nervt am klassischen Musikbetrieb?

Es nervt mich nicht, aber ich finde es sehr schade, dass der klassische Musikbetrieb so wenig junge Freunde und Fans findet. Irgendwo habe ich mal den bösen Spruch von der „toten Musik für halbtote Menschen“ gelesen. Diese Musik verdient es, auch in Zukunft von einem breiten Publikum geliebt und gefördert zu werden. Außerdem kreide ich dem klassischen Musikbetrieb an, dass er es trotz aller Mühen nicht schafft, seine Bedeutung so in den gesellschaftlichen Fokus zu stellen, wie es der Sport schafft. Die Forderung „Kein Kind ohne Sport“ unterschreibt die Politik unbesehen, die Forderung „Kein Kind ohne Kultur“ oder „Kein Kind ohne klassische Musikbildung“ hat noch niemand aufgestellt. Wo bleibt die erfolgreiche Lobbyarbeit für diese so reiche Kultur?

Gibt es Werke oder Stilrichtungen, die du dir absolut nicht anhörst? Wenn ja, welche und warum?

Kammermusik. Die ist mir einfach zu blutleer.

Wie bist du zur klassischen Musik gekommen?

Bei uns zu Hause wurde immer klassische Musik gehört. Meine Eltern haben viel Wert darauf gelegt, dass wir Kinder ein Instrument lernen, bei mir war es „nur“ Blogflöte, später Gesang. Außerdem haben uns unsere Eltern in Konzerte mitgenommen. Hinzu kam der Schulchor, den ein engagierter Lehrer geleitet hat, und mit dem ich wunderbare Konzerte gestaltet hat. Die Erinnerung daran hat mich vor 20 Jahren bewogen, einem Kirchenchor beizutreten. Dort singe ich heute noch, und es macht sehr viel Spaß.

Kannst du dich noch an deinen ersten Konzertbesuch erinnern? Wie war er?

Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber es war ein Kirchenkonzert, ich glaube ein Händel-Oratorium. Gefallen hat es mir gut, aber es war abends und ich als damals vielleicht Zehnjährige irgendwann so müde, das ich nicht mehr recht folgen konnte.

Vielen Dank Susanne für die Beantwortung meiner Fragen.

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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