Schockieren und provozieren

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Frank Peter Zimmermann, der Solist beim hr-Sinfoniekonzert | Foto: Harald Hoffmann

Diese Woche gibt es wieder zwei hr-Sinfoniekonzerte in der Alten Oper: am Donnerstag (1. März) und Freitag (2. März), jeweils um 20 Uhr. Der Geiger Frank Peter Zimmermann ist der Solist, am Pult steht Andrés Orozco-Estrada.  Gespielt wird die vierte Kammermusik von Paul Hindemith, die Fantasie für Violine und Orchester von Robert Schumann, die Paganini-Variationen von Boris Blacher sowie die dritte Sinfonie von Johannes Brahms.

Eher unbekannt

„Ich lebe mit den Klassikern und vergöttere sie über alles – aber es ist wichtig, dass man auch anderes macht. Man kann nicht immer die gleichen Sachen spielen“,

sagt Frank Peter Zimmermann.

Gesagt, getan. Und so wird er das eher unbekannte Stück für Violine und Orchester von Schumann interpretieren. Schumann ist ja eher für seine Klavierkonzerte bekannt. Die Geige trat relativ spät in den Fokus seines Interesses.  Erst in seinen letzten Lebensjahren (zwischen 1851 und 1853), entstanden die Violinsonaten, sein Violinkonzert und die Fantasie für Violine und Orchester.

Schockieren und provozieren

Die sogenannten Kammermusiken von Paul Hindemith haben nichts mit Kammermusik im herkömmlichen Sinn zu tun. Im Gegenteil, der experimentierfreudige Hindemith wollte das Publikum, das innige und erbauliche Streichquartette erwartete, schockieren und provozieren. Auch die „Kammermusik Nr. 4“ zeigt, warum das traditionelle Publikum der zwanziger Jahre den Komponisten für einen Revolutionär halten musste. Nichts verhält sich so, wie man es üblicherweise in einem Kammermusikwerk oder in einem klassisch-romantischen Konzert erwarten würde. Der Solist scheint vor allem dazu da zu sein, immer wieder für Überraschungen zu sorgen.

Herrliche Melodien

„Ich sage und übertreibe nicht, dass dieses Werk seine beiden ersten überragt; wenn auch nicht an Größe und mächtiger Konzeption – so aber gewiss an Schönheit! Es ist eine Stimmung darin, wie man sie bei Brahms nicht oft findet! Welch herrliche Melodien sind da zu finden! Es ist lauter Liebe, und das Herz geht einem dabei auf. Denken Sie an meine Worte, und wenn Sie die Sinfonie hören, werden Sie sagen, dass ich gut gehört habe“,

sagte Antonín Dvorák über die dritte Sinfonie von Johannes Brahms, die als die konzentrierteste und vielleicht typischste seiner Sinfonien gilt.

Inspiriert von Paganini

Gleich zu Beginn des Konzerts wird Blachers Paganini-Variationen, die der Komponist 1947 für großes Orchester geschrieben hat, erklingen. Für diese Komposition ließ sich Blacher von Paganinis „Capriccio Nr. 24 für Solovioline“ anregen. Damit folgte er dem Beispiel von Rachmaninow und Brahms. Diese Variationen gehören zu den beliebtesten Werken von Blacher.

Das Konzert auf einen Blick

Boris Blacher: Paganini-Variationen

Paul Hindemith: Kammermusik Nr. 4

Robert Schumann: Fantasie für Violine und Orchester op. 131

Johannes Brahms: 3. Sinfonie

Das Konzert in hr2-kultur

Freitag, 2. März 2018, 20.04 Uhr (live)

Dienstag, 13. März 2018, 20.04 Uhr

Das Konzert im Internet

Video-Livestream am Freitag, 2. März auf www.hr-sinfonieorchester.de

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

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