Vorgestellt: Erwin Schwichtenberg

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In der Reihe „Vorgestellt“ sprechen Orchestermusikerinnen und -musiker über ihre Beziehung zu ihrem Instrument, Probespiel, Rituale, Konzerterlebnisse und „musikalischen Wünsche“. Zu Wort kommen Musikerinnen und Musiker aus den verschiedensten Orchestern, egal ob sie in einem Sinfonie-, Opern- oder Kammerorchester, in einem deutschen oder ausländischen Orchester spielen.

Heute lernen Sie den Bassposaunisten Erwin Schwichtenberg der Mannheimer Philharmoniker kennen.

Erwin Schwichtenberg, Basspossaunist bei den Mannheimer Philöharmonikern

Erwin Schwichtenberg, Bassposaunist bei den Mannheimer Philharmonikern

Welche Beziehung haben Sie zu Ihrem Instrument?

Natürlich baut man eine Beziehung zu seinem Instrument auf. Vielleicht nicht gerade bewusst, aber dennoch. Das liegt einfach daran, dass man sich als Musiker tagtäglich lange Zeit mit seinem Instrument beschäftigt. Da ich nun schon seit 12 Jahren Bassposaune spiele, verbinde ich – durch Konzerte, gemeinsames Musizieren mit Freunden, Orchestertourneen usw. – viele schöne Momente mit diesem, „meinem“ Instrument.

Ich finde, es ist äußerst wichtig, sich mit seinem Instrument identifizieren und seine Gefühle auf ihm zum Ausdruck bringen zu können.

Welche Erinnerung haben Sie an Ihr Probespiel bei den Mannheimer Philharmonikern?

An mein Probespiel bei den Mannheimer Philharmonikern habe ich eigentlich sehr gute Erinnerungen.

Da es mein allererstes Probespiel war, habe ich mich umso mehr gefreut, dass ich die Stelle bekommen habe.

Natürlich hatte ich im Verlauf meines Studiums an der Musikhochschule Mannheim schon mehrmals Probespielsituation simuliert, aber dann auch bei einem richtigen Probespiel die Nerven zu bewahren und alles genau auf den Punkt zu bringen war nochmal etwas ganz anderes. In so einem Augenblick kommt zum Spielen noch eine Menge Aufregung dazu, was einen völlig aus der Bahn werfen kann. Da hilft es natürlich, wenn die Rahmenbedingungen um das Probespiel passen und eine gute Atmosphäre verbreitet wird, die einen nicht noch mehr verunsichert. So ging es mir auf jeden Fall 2012 bei den Mannheimer Philharmonikern.

Wo üben Sie am liebsten?

Am liebsten übe ich in großen Räumen, in denen die Akustik sehr trocken ist. Man muss in trockenen Räumen einfach vielmehr „arbeiten“ (im Sinne von Luftführung etc.), um schöne Musik zu erzeugen und den gesamten Raum mit Klang zu füllen. Durch diese „Mehr-Arbeit“ hat man es später in allen Konzertsälen viel leichter, da man einfach um einiges entspannter spielen kann.

Welches war Ihr schönstes Konzerterlebnis?

Am liebsten spielt man ja vor großem Publikum. Für mich war es ein tolles Erlebnis, mit dem SAP Orchester auf dem SAP Summer Summit vor 21.000 Zuhörern zu spielen.

Haben Sie ein persönliches Ritual vor einem Auftritt? Verraten Sie es?

Ich gehe vor Auftritten gerne eine Runde joggen, da es mich einfach auf andere Gedanken bringt und entspannt. Durch die Bewegung wird der Kreislauf angeregt und Adrenalin ausgeschüttet. Mir hilft das Joggen, mich bei den Konzerten – die ja meistens abends stattfinden – von der ersten bis zur letzten Note konzentrieren zu können. Natürlich muss das auch ohne den Sport funktionieren (vor jedem Konzert schaffe ich es nicht, laufen zu gehen), aber er ist einfach eine gute Hilfe. Sonst würde mir spontan aber kein besonderes Ritual einfallen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was wäre das in musikalischer Hinsicht?

Man kann in der Musik so viel erreichen. Mir fällt es schwer da jetzt explizit einen Wunsch zu äußern. Auf jeden Fall ist es mir wichtig, immer Spaß an der Musik zu haben. Für mich wäre es ein Albtraum, die Musik als Arbeit betrachten zu müssen.

Erwin Schwichtenberg im Social Web: Facebook-Profil.

Wer mir ebenfalls meine Fragen beantworten möchte, eine Mail genügt und ich schicke die Fragen zu.

 

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

2 Kommentare

  1. Ja, den Spaß an der Arbeit sollte man in keinem Beruf verlieren. Aber bei den Musikern hört man es wahrscheinlich eher, wenn die Arbeit zur Pflicht wird! Vielleicht könnte man ja auch noch die Frage nach den musikalischen Zielen stellen. Immerhin scheint Herr Schwichtenberg ja ganz jung dabei zu sein!

    • Danke für die Anregung. Allerdings ist der Fragebogen so „gesetzt“ und alle Musikerinnen und Musiker bekommen denselben. Zu viele Fragen möchte ich auch nicht stellen, damit das Interivew nicht zu lang wird.

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