Zu Besuch beim Gewandhausorchester

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Gewandhaus zu Leipzig | Foto: Ulrike Schmid

Vergangenes Wochenende war ich in Leipzig. Aber nicht einfach nur so, sondern in erster Linie um das Gewandhausorchester zu besuchen. Denn das Gewandhausorchester feiert seinen 275. Geburtstag und den Amtsantrit seines 21. Gewandhauskapellmeisters Andris Nelsons (hier mein Bericht dazu). Ich war am Freitagabend im Konzert und hab mir am Samstagnachmittag die „Instrumentstraße“  angesehen. Und was soll ich sagen, es war großartig – das Große Concert. Hatte ich auch nicht anders erwartet bei dem Orchester und dem Dirigenten. :-)Für meinen Besuch in Leipzig hatte ich mir ein Programm ausgesucht, bei dem ein Werk von Dmitri Schostakowitsch auf dem Programm stand. Mit dem hab ich’s ja in letzter Zeit. Wobei ein Blick in meinen Blogarchiv mir gezeigt hat,  dass ich schon ganz viel von diesen Komponisten gehört habe. Unvergessen die Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ oder seine 11. Sinfonie, die ich schon dreimal gehört habe, unter anderem einmal auch von Andris Nelsons dirigiert. War mir gar nicht so bewusst …

Großes Concert

Dass es zwischen Schostakowitsch und Leipzig eine besondere Beziehung gibt, darüber hat Kulissenmaus vergangene Woche ja schon berichtet: Von Leipzig aus begann nämlich der Siegeszug der sinfonischen Werke Schostakowitschs durch die Konzerthäuser dieser Welt – und zwar exakt mit der 8. Sinfonie, die 1946, und damit nur drei Jahre nach der Uraufführung in Moskau, in Leipzig aufgeführt wurde.

Ruhe vor dem Sturm im Gewandhaus zu Leipzig | Foto: Ulrike Schmid

Das rund 65 Minuten dauernde Werk ist sehr düster und nicht unbedingt etwas für ungeübte Ohren. Dass es um Leiden, Qualen, Katastrophen, Verzweiflung, Trostlosigkeit geht – all dies ist nicht zu überhören. Dennoch finde ich es absolut beeindruckend, auch wenn einen das Werk ganz schön fordert.

Außerdem standen im ersten Konzertteil Siegfrieds Tod und Trauermarsch aus der Oper „Götterdämmerung“ von Richard Wagner und Nobody knows de trouble I see – Konzert für Trompete und Orchester von Bernd Alois Zimmermann, mit dem Trompeter Håkan Hardenberger auf dem Programm.

Instrumentenstraße

Instrumentenstraße im Foyer des Gewandhaus‘ zu Leipzig | Foto: Ulrike Schmid

Trompete, Harfe, Horn, Kontrabass, Cello oder Geige – das waren unter anderem die Instrumente, die Kinder am Samstag im Rahmen einer Instrumentenstraße ausprobieren konnten, unter Anleitung von Gewandhaus Musikern versteht sich. Sonst wär’s ja nur der halbe Spaß gewesen … und die Aktion kam an.

Den Musikern ganz nah im Rahmen der Instrumentenstraße im Foyer des Gewandhaus‘ zu Leipzig | Foto: Ulrike Schmid

Es waren einige Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern in der einen Stunde unterwegs, um sich an einem Instrument zu versuchen, ehe sie dann dieselben Musikerinnen und Musiker im Familienkonzert unter der Leitung von Andris Nelsons spielen hörten.

Das Familienkonzert habe ich ausgelassen, dafür haben meine Freundin und ich den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen und vieeel über Musik gesprochen. Für sie war es übrigens der erste Konzertbesuch des Gewandhausorchesters. Und sie will wieder mitkommen. :-)

Es war ein ganz wunderbares Erlebnis, liebes Gewandhausorchester. Danke für die Einladung!

Autor: Orchestrasfan

Ulrike Schmid, im Hauptberuf PR-Spezialistin schreibt hier unentgeltlich als Fan des hr-Sinfonieorchesters und anderer Orchester über klassische Musik und Konzerte aus Sicht einer Laiin. Von 2014 bis 2017 hat sie als PR-Referentin für den Hessischen Rundfunk gearbeitet. Die hier formulierten Äußerungen sind rein privater Natur und nicht mit dem Orchester(-management) abgestimmt.

2 Kommentare

  1. Liebe Ulrike Schmid! Durch Zufall stieß ich auf diese interessante und instruktive Website. Nun hab‘ ich auch gleich eine Frage bezüglich des Gewandhausorchesters: Bekanntlich spielten die Musiker früher alle im Stehen, außer den Cellisten. Es gibt auch ein undatiertes Foto (in: Fritz Hennenberg: Das Leipziger Gewandhausorchester, Insel-Verl 1992), auf dem das Orchester unter Arthur Nikisch offensichtlich noch im Stehen spielt. Nikisch war Gewandhauskapellmeister von 1878 – 89).
    Ab wann durften sich die Musiker setzen???

    Mit philharmonischem Gruß!

    Rüdiger Haußmann

  2. Hallo Herr Haußmann,
    freut mich, dass Ihnen meine Seite gefällt.

    Leider kann ich Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Frage nicht weiterhelfen, da ich mich nicht soooo gut beim Gewandhausorchester auskenne.

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